Millionen-Investition: Kloster wird saniert. Feuchtigkeit schadet historischem Gemäuer. Bausünden aus der Nachkriegszeit werden rückgebaut.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 01. März 2017 (10:16)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Pater Thomas Lackner zeigt die Probegrabungen. Sie sind die ersten „Vorboten“ der großen Sanierung. Der Brunnenhof wird dem ursprünglichen Erdniveau wieder angepasst, stimmungsvoll beleuchtet und der Brunnen saniert. Künftig soll der Brunnenhof für Veranstaltungen, etwa für eine Agape, geöffnet werden.
Birgit Böhm-Ritter

Das Franziskanerkloster wird zur Baustelle. Rund eine Million Euro wird in Sanierungsarbeiten des historischen Baus direkt neben der Basilika investiert. Im April soll mit den Bauarbeiten begonnen werden.

„Unser Hauptanliegen ist es, die Gemäuer trocken zu bekommen und damit die Bausubstanz zu verbessern“, erklärt Pater Thomas Lackner. Immer wieder habe man mit feuchten Wänden, Schimmel und schlechtem Raumklima zu kämpfen.

Moderne Technik im historischen Bau

Mit moderner Technik soll dem nun begegnet werden. Über eine Bauteilheizung in der Mauer werden künftig die Wände warm gehalten. Bildung von Kondenswasser kann so vermieden werden. Darüber hinaus bekommt das Kloster eine automatische Belüftung, die mittels eines sogenannten BUS-Systems gesteuert wird.

„Das heißt, die Fenster öffnen sich automatisch, wenn es notwendig ist“, erklärt Lackner. Viele Fenster seien schwer zugänglich und kaum zu öffnen, was das händische Lüften momentan erschweren würde. Für das Bundesdenkmalamt ein großer Eingriff in das historische Gebäude. „Das ist fast mehr, als uns lieb ist, aber oft sind technische Eingriffe nicht zu vermeiden“, sagt Abteilungsleiter Peter Adam.

Kreuzgang wird wieder hergestellt

Zur Freude des Bundesdenkmalamtes werden allerdings auch Bausünden aus der Nachkriegszeit wieder rückgebaut: Aufschüttungen im Brunnenhof werden abgegraben und die ursprünglichen Niveaus im Pfarrsaal, im Gruppenraum und Teilen des Ganges wieder hergestellt.

„Die Räume werden fast einen halben Meter tiefer gelegt und mit Fußbodenheizung und neuen Parkett ausgestattet“, erklärt Pater Lackner. Hauptprojekt für das Bundesdenkmalamt ist allerdings die Öffnung des ursprünglichen Kreuzganges durch die Verlegung der Küche, denn der „Kreuzgang ist ein typisches Element für so eine Klosteranlage“.

Die Bauarbeiten werden rund ein halbes Jahr dauern. Die Finanzierung übernimmt die Diözese Eisenstadt, das Land Burgenland, der Franziskanerorden, die Pfarre, die Europäische Union und private Spender.