Rettungsauto: Pension nach 1.000.000 Kilometern. In Frauenkirchen stationiertes Rettungsauto hat in sieben Jahren eine Million Kilometer zurückgelegt.

Von Paul Haider. Erstellt am 30. Juni 2018 (05:00)
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Wegbegleiter. Einsatzfahrer Wolfgang Kreminger, Ferdinand Berger und Johannes Wolf mit dem langgedienten „1.214“.
zVg/Rotes Kreuz

Ein Rettungsauto geht dieser Tage in den mehr als wohl verdienten Ruhestand. Das in Frauenkirchen stationierte Fahrzeug mit der Funknummer 1.214 hat sage und schreibe eine Million Kilometer auf dem Tacho.

Wäre der „1.214“ diese Strecke ausschließlich um den Äquator gefahren, hätte er den Erdball ganze 25 Mal umrundet.

Für das Rote Kreuz Neusiedl am See ist dieser Tachostand bei einem Einsatzfahrzeug ein absoluter Rekord und lässt sogar den langjährigen Fuhrpark-Verantwortlichen Johannes Wolf staunen: „Ich bin schon seit 37 Jahren beim Roten Kreuz, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt!“

Jahresleistung: 180.000 Kilometer

„Am Anfang hatten wir bei diesem Fahrzeug eine Jahresleistung von 180.000 Kilometern“, erinnert sich Wolf: „Bei den Fahrten in die Krankenhäuser nach Kittsee, Eisenstadt oder auch Wien müssen wir von Frauenkirchen aus immer recht große Distanzen zurücklegen. Aber ich habe noch nie ein Fahrzeug erlebt, das so viele Kilometer auf dem Buckel hat.“

Technisch in einwandfreiem Zustand

Noch erstaunlicher ist, dass der „1.214“ nach einer Million Kilometern technisch noch immer in einem Top-Zustand ist, wie Johannes Wolf zu berichten weiß: „Bei 575.000 Kilometern haben wir den Motor getauscht. Ansonsten musste bei diesem Fahrzeug aber nie viel gemacht werden.“ Auch Ferdinand Berger, der mit seiner VW-Werkstatt für Wartung und Reparaturen an den Rettungsautos zuständig ist, zeigte sich verblüfft über den guten Zustand des „1.214“.

Tachostand zum Staunen. Bei „999.999“ war das Limit der Kilometer-Anzeige des VW-Transporters erreicht.
BVZ

In seiner fast siebenjährigen Laufbahn beim Roten Kreuz hat der VW-Transporter mehr als 14.000 Patienten sicher ans Ziel gebracht. Seinen letzten Einsatz hat der „1.214“ beim heurigen Nova Rock-Festival in Nickelsdorf absolviert. Dort wurde er auf seine alten Tage sogar noch befördert und war als Notarztwagen unterwegs.

Und auch in seinem Ruhestand darf das langgediente Rettungsauto beim Roten Kreuz bleiben: Seine Tage als Einsatz-Flitzer sind zwar vorbei, er wird laut Rotkreuz-Pressesprecher Joachim Fischer aber voraussichtlich als Transportfahrzeug weiterhin Verwendung finden.