Wer in der Unfallambulanz behandelt werden kann

Unter den Patienten kommt es oft zu Missverständnissen: Sie suchen Facharzt-Angebote, die es in der Ambulanz nicht gibt. Frauenkirchner Ambulanz-Team klärt auf.

Erstellt am 08. Juli 2021 | 05:11
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Abteilungsvorstand Primar Dr. Jochen Erhart, Stationsleiterin DGKP Andrea Pillinger und Oberarzt Dr. David Böckmann klären auf: „Wir bieten Erstversorgung nach Unfällen und fachspezifische Nachbehandlungen.“
Foto: Jahn, Jahn

Die Urlaubssaison im Bezirk Neusiedl am See ist in vollem Gange. Dies macht sich auch an der steigenden Zahl der Freizeitunfälle bemerkbar, die in der Unfallambulanz Frauenkirchen versorgt werden. Diese wird seit 1982 als eine Außenstelle der Abteilung für Orthopädie und Traumatologie des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Eisenstadt geführt - mit der Intention, die medizinische Grundversorgung nach Unfällen für die Bevölkerung und Gäste der Region flächendeckend sicherzustellen. Im Rahmen eines BVZ-Lokalaugenscheins gewährten Abteilungsvorstand Primar Dr. Jochen Erhart, Oberarzt Dr. David Böckmann und Stationsleiterin DGKP Andrea Pillinger Einblick in die Welt der Ortho- und Unfallambulanz Frauenkirchen.

Jeden Tag (auch an Sonn- und Feiertagen) von 8 bis 19 Uhr ist die Ambulanz durch einen Unfallchirurgen und das Pflegeteam besetzt. „Das professionelle, erfahrene und gut eingespielte Team besteht aus 15 Personen - diensthabende Fachärzte, Diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger, Röntgenassistenten, Physiotherapeuten und Mitarbeiter im Sekretariat - alle aus dem Krankenhaus Eisenstadt“, erklärt Abteilungsvorstand Dr. Erhart. Weil es immer wieder zu Missverständnissen komme, wolle man die Gelegenheit nutzen, um aufzuklären und zu informieren: In der Unfallambulanz Frauenkirchen gibt es keinen Internisten, Dermatologen, Kinderarzt oder sonstige medizinische Fachrichtungen.

Erstversorgung und Nachbehandlungen

„Wir behandeln hier ausschließlich frisch verletzte, verunfallte und operierte Patienten. Wir bieten Erstdiagnostik und -versorgung, fachspezifische prä- und postoperative Behandlungen, Gipswechsel etc. Die Operationen finden in Eisenstadt statt, aber die OP-Vorbereitungen können teilweise hier bereits vorgenommen werden“, führt Erhart weiter aus.

In ebendiesem Gebäudekomplex am Mühlteich sind „mehrere Organisationen untergebracht“ - ein Integrationszentrum, ein Ärztezentrum und die Unfallambulanz. „Diese werden oft miteinander verwechselt beziehungsweise vermischt. Wir möchten für die Bevölkerung die Grenzen klar definieren, um Missverständnisse aus dem Weg zu räumen“, betont DGKP Andrea Pillinger.

„Es sei auch ein wenig hausgemacht, denn vor Ort sollte es auch besser und deutlicher beschriftet sein. Das werden wir in Kürze umsetzen“, ergänzt Erhart.

Oberarzt Dr. Böckmann weist im Gespräch mit der BVZ auf die kürzlich eingeführte Terminambulanz hin: „Diese kam coronabedingt zum Einsatz - und wird auch weiterhin bestehen bleiben. Die Abläufe, die Wartezeiten - das alles funktioniert dadurch wahnsinnig gut und das wissen die Patienten auch zu schätzen. Pro Tag sind im Schnitt 30 Behandlungen geplant. Die Frischverletzten, die natürlich keinen Termin benötigen, kommen hier noch dazu.“

Die Frequenz in der Unfallambulanz ist saison- und witterungsabhängig, aber auch lokale Veranstaltungen wie das Surf-Opening machen sich bemerkbar. So ist in den Monaten April bis Oktober die durchschnittliche Zahl der Erstbehandlungen um circa 20 Prozent höher als in den Monaten November bis März. Jene der Nachbehandlungen ist im Monatsvergleich übers Jahr kontinuierlich gleichbleibend. Das Angebot zur fachspezifischen Nachbehandlung nach Terminvereinbarung wird überwiegend von der ansässigen Wohnbevölkerung in Anspruch genommen.