Michael Gottfried: Illustrationen wie aus einer fremden Welt

Erstellt am 05. März 2022 | 03:03
Lesezeit: 3 Min
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Vor seiner Staffelei hat der Künstler Michael Gottfried seine zweite Berufung gefunden. Mit diversen Techniken kreiert er frei nach seiner Vorstellungskraft Bilder mit vielen Eindrücken und Kontrasten.
Foto: Foto Daniel Gottfried
Ein Lehrer aus Berufung aus Frauenkirchen mit einer Leidenschaft für das Fantastische und für handgemachte Kunst.
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„Das Malen hat sich wie ein roter Faden durch mein Leben gezogen und je älter ich werde, desto klarer kristallisiert es sich heraus, wie wesentlich es eigentlich ist“, erklärt Michael Gottfried, Lehrer und Künstler, über seine große Leidenschaft - das Malen.

Der heute in Frauenkirchen Lebende kam bis in sein Erwachsenenalter viel in Österreich herum. Seine Volksschulzeit verbrachte er in Pamhagen, dann zogen seine Eltern mit ihm nach Altenmarkt im Pongau, da sein Vater dort lange Jahre das „Haus Burgenland“ leitete. Später besuchte er ein Gymnasium in der Stadt Salzburg. Nach dem Grundwehrdienst absolvierte er die Ausbildung zum Hauptschullehrer in Wien, arbeitete jedoch danach eine Zeit lang in einer Tischlerei. Seit 1995 ist er Lehrer der Polytechnischen Schule Frauenkirchen.

„Als Kind zeichnet und malt jeder irgendwie gerne und ich bin dabeigeblieben. Mit zwölf habe ich angefangen Aquarelle zu malen und habe dann auch viele andere Techniken ausprobiert“, erklärt der heute 52-Jährige auf die Frage, wie er zu seiner Passion gefunden habe. Inzwischen hat er sich eine Vielzahl an Techniken und Methoden angeeignet, um seiner Vorstellungskraft physisch keine Grenzen setzen zu müssen. Er verwendet für seine Werke Bunt- oder Bleistifte für genaue Arbeiten, Acrylfarben für Flächen und Temperafarben, um die noch eher durchscheinenden Stellen besser zu decken. Abschließend dann Ölfarben als kräftigste und intensivste Schicht. Diese hat dann wieder einen leicht durchscheinenden Charakter.

„Die Kombination verschiedener Techniken führt dazu, dass du ihre einzelnen Vorteile auch in einem einzigen Bild einsetzen kannst“, erzählt er über seine Erfahrungen mit diversen Prozessen und Methoden. Stilistisch lassen sich die surreal anmutenden Illustrationen des zweifachen Vaters am ehesten als „Fantasy Art“ einordnen. Ein Genre, das eher in den USA beheimatet ist, aber besonders heute durch das Internet viel Verbreitung findet. Seine fantasievollen Bilder wurden auch schon öfters in deutschen Magazinen veröffentlicht.

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Der Lehrer und Künstler vor seinen Werken in seiner Frauenkirchener Wohnung. In der Hand hält er sein letztes Buch mit Illustrationen.
Foto: Daniel Gottfried

„Das Faszinierendste für mich ist dieses Spannungsfeld zwischen real zuordenbaren Dingen und dieser fantastischen Welt; der unendlichen Freiheit, die einem die Fantasie gibt“, erklärt er seine Faszination. Jedoch verwendet man heutzutage sehr häufig digitale Zeichenprogramme. Nicht so Michael Gottfried. Er wendet alles an, was er im Laufe seines Lebens an Fähigkeiten und Erfahrungen gesammelt hat und meint: „Wenn ich es händisch machen kann, das Malen, ist das für mich das schönere Erlebnis, das intensivere. Ganz besonders das Fühlen der Materialien. Im Gegensatz dazu ist digitales Malen und Zeichnen ein relativ nüchternes Erlebnis für mich.“ Die letzte Ausstellung war 2018 im Gemeindeamt Frauenkirchen. Davor veranstaltete er gerne Vernissagen gemeinsam mit Musikern und Textern.

Die Pandemiezeit nutzte der Künstler, um ein Buch mit Illustrationen zusammenzustellen - wie er das auch schon vor zehn Jahren einmal gemacht hatte. Dieses wird neben aktuellen Bildern auch Texte in Deutsch und Englisch beinhalten, welche den Leser in die passende Gemütslage versetzen sollen. Es ist kurz vor Fertigstellung und soll im Laufe des Jahres veröffentlicht werden.

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