Kündigung: Neusiedler Hallenbad ohne Geschäftsführer

Geschäftsführer Georg Glerton hat seine Kündigung aufgrund „fehlender Vertrauensbasis“ eingereicht.

Erstellt am 23. April 2020 | 06:17
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Differenzen. Georg Glerton verabschiedet sich nach fünfeinhalb Jahren als Geschäftsführer der Freizeitbetriebe GmbH.
Foto: BVZ-Archiv

Er gehe aus „persönlichen Gründen“ und es fehle die „Vertrauensbasis“. So begründete Georg Glerton seine Kündigung als Geschäftsführer der Freizeitbetriebe GmbH, eine Tochtergesellschaft der Stadtgemeinde. Als dieser ist er seit November 2014 für die Geschicke des Hallenbads und des Seebads zuständig.

Kommunikation mit der Politik sei schief gelaufen

Glertons Vertrag läuft aufgrund der zu einhaltenden Kündigungsfrist noch bis Ende September, aber: Er wolle lieber früher als später gehen, sagt er gegenüber der BVZ. Die Gräben seien tief, eine Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde scheine schwierig.

Gesteckte Ziele würden sich nicht verfolgen lassen, so Glerton. Dennoch blickt der Grazer auch mit Stolz auf fünfeinhalb Jahre in den Freizeitbetrieben zurück: „Das Unternehmen steht jetzt finanziell auf gesunden Beinen, das zeigen viele positive Kennzahlen und Parameter. 2014 sind die Freizeitbetriebe noch kurz vor dem Konkurs gestanden.“

Einiges hätte aber auch besser laufen können, gibt Glerton zu. Die Kommunikation mit der Politik, vor allem in Sachen Hallenbad-Sanierung, sei schief gelaufen.

Sein Ziel, das Hallenbad zu sanieren, habe der Jurist nicht umsetzen können. Er habe unzählige Sanierungskonzepte vorgelegt und habe immer wieder vor dem Tag X gewarnt, an dem die Freizeitbetriebe gezwungen sein würden, das Hallenbad zuzusperren. „Eine Sanierung wurde seitens der Politik aber immer wieder verzögert“, bedauert Glerton.

Böhm: „Zusammenarbeit hat immer sehr gut funktioniert“

Seit 4. März ist das Hallenbad in Neusiedl am See nun tatsächlich gesperrt. Einsturzgefahr. Wie es nun mit dem Hallenbad weitergeht, steht in den Sternen. Stadtgemeinde und das Land Burgenland sind momentan mit dem Corona-Virus beschäftigt. Die Sanierung des Hallenbads hat in diesen Zeiten weniger Priorität bei den Entscheidungsträgern.

Für das Hallenbad tue es Glerton persönlich leid, die Sanierung wäre eine Herausforderung für ihn gewesen. Eine Herausforderung, weswegen sich Glerton mit Unterstützung der Bürgermeisterin Elisabeth Böhm erst im Juli des Vorjahres für eine Verlängerung seines Vertrages um drei Jahre beworben hatte. Seit damals dürfte die Vertrauensbasis allerdings beidseitig zu bröckeln begonnen haben.

Glertons Spesen- und Nächtigungsabrechnungen waren Thema eines Prüfungsausschusses. Glerton selbst bekräftigt, seine Abrechnungen seien rechtens gewesen.

Bürgermeisterin Elisabeth Böhm betont allerdings, sie bedauere Glertons Entscheidung, „da die Zusammenarbeit immer sehr gut funktioniert hat“.

Über die weitere Vorgehensweise muss nun der Gemeinderat entscheiden. Dieser soll im Mai wieder tagen.