Bezirk Neusiedl: Jeder will, dass Gastro offen bleibt. Das Wetter ist der Spielverderber in den ersten Tagen, die Gäste erweisen sich aber als sehr diszipliniert.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 03. Juni 2021 (05:22)
In dritter Generation. 2003 übernahmen Carina und Josef Leban (im Bild mit ihren Söhnen Clemens und Jakob) das Gasthaus in Kittsee.  Foto: zVg
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Wie läuft das Geschäft in der Gastronomie? Halten sich die Gäste an die Regeln? Wie funktioniert die Registrierung und ist überhaupt genug Personal da? Die BVZ hat sich zwei Wochen nach der Öffnung in der Gastro-Branche im Neusiedler Bezirk umgehört.
„Wir waren voller Hoffnung, dass es wieder so gut anlaufen würde wie zuvor“, erklärt Stefan Steinhöfer, Küchenchef im Restaurant am Friedrichshof in Zurndorf. „Und tatsächlich ist es so eingetroffen.“ Das Geschäft laufe sogar besser als erwartet. Man merke, dass die Leute wieder raus wollen und dafür würden sie auch gerne die 3G-Regeln in Kauf nehmen.

Gäste halten sich an Regeln

Die genannten Regeln wurden folglich diszipliniert eingehalten. Die Registrierung der Kunden versucht man am Friedrichshof möglichst unkompliziert zu gestalten: „Im Normalfall erhalten wir bereits bei der Reservierung die notwendigen Daten. Bei größeren, haushaltsübergreifenden Gruppen erhalten unsere Gäste Zettel zum Ausfüllen ihrer Kontaktdaten.“
Sein Stammpersonal blieb dem Friedrichshof glücklicherweise erhalten. Die Suche nach einem zusätzlichen Kellner fiel allerdings schwieriger als gedacht aus: „Ein Grund dafür ist, dass viele Gastronomiearbeiter im Laufe des Lockdowns die Branche gewechselt haben bzw. aufgrund der verfrühten Öffnungsschritte nun in Ungarn angestellt sind“, meint Steinhöfer.

Erleichterungen ab 10. Juni

Auf der Suche nach Verstärkung in der Küche und im Service sind auch Carina und Josef Leban vom gleichnamigen Gasthaus in Kittsee. Kein einfaches Unterfangen, dabei „bereitet die Arbeit in der Gastro so eine Freude“, springt die Chefin für ihre Branche in die Bresche. Über Bewerbungen würde sie sich freuen. Glücklicherweise kann sie auf ein eingespieltes Team zurückgreifen. Das Service- und Küchenpersonal war sowohl im ersten als auch im zweiten Lockdown in Kurzarbeit. „Es ist ein Geben und ein Nehmen. Wir sind auf unsere treuen Mitarbeiter sehr stolz.“
Die Registrierung der Gäste für das Contact Tracing erfolgt im Gasthaus Leban mittels elektronischer Eingabe über einen QR-Code am Tisch. „Bei älteren Gästen, die vielleicht nicht so ein modernes Handy haben, machen wir das Ganze handschriftlich. Das wird dann von uns archiviert“, erklärt Carina Leban.
In Kittsee blickt man jedenfalls optimistisch in die Zukunft, obwohl es im Gasthaus vor allem unter der Woche noch verhältnismäßig ruhig ist. „Es ist nicht das Geschäft wie vor Corona, mit dem Wetter hatten wir die letzten zwei Wochen ja auch Pech. Das wird jetzt aber alles besser werden“, zeigt sich Leban zuversichtlich. Im BVZ-Gespräch lobt sie die Disziplin der Gäste: „Man merkt einfach, jeder möchte, dass es funktioniert. Auch die Sperrstunde um 22 Uhr war kein Problem. Die Gäste haben ausgetrunken und sind nach Hause gegangen.“ Die bevorstehende Ausweitung der Öffnungszeiten stelle aber eine Erleichterung dar, vor allem an den Wochenenden.
Dem 10. Juni fiebern die Gastronomen mit Vorfreude entgegen, denn dann stehen wieder weitere Lockerungen an: acht Gäste indoor an einem Tisch und 16 Gäste outdoor, ein Meter statt zwei Meter Abstand und die Sperrstundenverlängerung auf 24 Uhr. Letzteres freut besonders die Nachtgastronomie. „Damit ist uns schon sehr geholfen“, zeigt sich Hans Heiling, Betreiber der Urban Bar in Podersdorf, erleichtert.
Die anfängliche Euphorie wurde nach den ersten Öffnungstagen in der Branche jedenfalls gedämpft. Als Spielverderber stellte sich dabei das Wetter heraus. „Die Leute waren, sicher auch durch das nicht immer optimale Wetter, etwas zögerlich“, meint auch Heiling.