Fünf Neusiedler Lokale sind komplett rauchfrei

Erstellt am 04. April 2018 | 08:52
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Sukhvinder Akku (re.) übernahm von Jörg Gebauer vergangenen Sommer mit „Jörg’s Restaurant“ ein Nichtraucherlokal. Er hat es dabei belassen: „Die Gäste schätzen das rauchfreie Restaurant.“
Foto: BVZ, BVZ
Ein generelles Rauchverbot scheint in Österreich noch länger nicht zu kommen. Nichtraucherlokale gibt es trotzdem.
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Heute, Mittwoch, um 10 Uhr endet das Volksbegehren für den Nichtraucherschutz. Bis zum Redaktionsschluss haben knapp 600.000 Personen unterschrieben. Trotzdem wird nach heutigem Informationsstand ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie, wie es ursprünglich vorgesehen war, nicht kommen. ÖVP und FPÖ haben Ende Februar im Nationalrat einen Initiativantrag eingebracht, mit dem das ab 1. Mai 2018 gültige generelle Rauchverbot in der Gastronomie noch vor dessen Inkrafttreten gekippt werden soll.

In der Mole West rauchen nur die Töpfe

Das Ende des Volksbegehrens hat die BVZ zum Anlass genommen, sich in der Gastronomie-Szene der Stadt umzusehen: Fünf Neusiedler Lokale setzen - mehr oder weniger - freiwillig auf rauchfrei. Warum? Die BVZ hat nachgefragt.

Die „Mole West“ outet sich mit dem „Don´t smoke“-Logo auf ihrem Werbeplakat gar als Unterstützer des Volksbegehrens und wirbt mit dem Slogan: „Bei uns rauchen nur die Töpfe“. Seit mehreren Jahren darf im Restaurant aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht mehr geraucht werden. Mittlerweile bezeichnet sich Geschäftsführer Bernd Karolyi als Verfechter eines absoluten Rauchverbots in der Gastronomie. „Das wäre meine Lieblingssituation. Somit wären alle Lokale gleichberechtigt, es gäbe keine Wettbewerbsverzerrung und die Gesundheit aller Mitarbeiter wäre vor dem Passivrauchen geschützt.“

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Bernd Karolyi von der „Mole West“ tritt für ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie ein.
Foto: BVZ, BVZ

Karolyi gibt allerdings zu, dass nicht jeder Gast mit seiner Linie konform geht. „Es gibt schon Leute, die sagen, dass sie lieber in ein anderes Lokal gehen, weil sie im Winter nicht draußen auf der Terrasse rauchen wollen.“ Diese Erfahrung hat man auch in der Pizzeria San Marco gemacht. Trotzdem hält die italienische Gastronomie-Familie Feletti ihren Innenbereich rauchfrei, „weil es in Italien auch so ist.“ Außerdem sei es baulich zu kompliziert in Nichtraucher- und Raucherbereich zu separieren. Die Felettis stehen auf dem Standpunkt: „Dort wo gegessen wird, sollte nicht geraucht werden.“

Nichtraucherlokale von Beginn an

So sieht das auch Scholti Zelenik, der seit Mitte September im ehemaligen Rathausstüberl das „Scholti’s - Restaurant im Laubenhof“ als Nichtraucherlokal führt. Es sei unangenehm beim Essen, wenn im Raum geraucht werde. „Das sehen mittlerweile auch viele Raucher so“, glaubt Zelenik.

Ebenfalls von Anfang an als Nichtraucherlokal geführt, hat sich „Jörg´s Restaurant“ einen Namen gemacht. Rauchfrei blieb das Lokal auch, als es vor einem dreiviertel Jahr den Besitzer wechselte und Jörg Gebauer an seinen Chefkoch Sukhvinder Akku verkaufte. „Mein Mann und ich sind Nichtraucher und unsere Gäste schätzen es auch, dass im Lokal nicht geraucht wird. Für die Raucher steht draußen am Gehsteig ein Aschenbecher“, erklärt Virpal Akku, die Gattin des Geschäftsführers Sukhvinder Akku. Hin und wieder komme es allerdings vor, dass Leute das Lokal wieder verlassen, wenn sie bemerken, dass sie in einem Nichtraucherlokal sitzen. „Im Großen und Ganzen spielt das aber keine Rolle. Unser Restaurant war von Anfang an ein Nichtraucherlokal und damit sind wir sehr zufrieden.“ Auch im WOK-Restaurant kennt man es nicht anders. Als Nichtraucherlokal eröffnet, bleibt das asiatische Lokal seiner Linie auch künftig treu.

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