Gattendorf

Erstellt am 14. September 2018, 05:00

von Paul Haider

Anrainer schlägt Alarm: Sorge um Leithaauen. Anrainer schlägt Alarm: Bevor „Natura 2000“-Schutz in Kraft tritt, könnten Teile der Leithaau noch in Bauland umgewidmet werden.

Besorgt. Schriftsteller Alfred Ballabene sieht ein Stück unberührter Natur vor seiner Haustür in Gefahr.  |  Haider

Die Bewohner der Stockwiese haben ein Naturparadies vor ihren Haustüren: die Gattendorfer Leihaauen.

Nach Plänen der Landesregierung sollen die burgenländischen Leithaauen mit ihren vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten noch heuer unter „Natura 2000“-Schutz gestellt werden (die BVZ hat berichtet). Das geplante Schutzgebiet soll sich über Teile der Leithaauen bei Parndorf, Potzneusiedl und Gattendorf erstrecken. Doch jetzt herrscht Aufruhr unter Anrainern, die in unmittelbarer Nähe zum zukünftigen Naturschutzgebiet wohnen.

Der Schriftsteller Alfred Ballabene lebt seit 2001 in Gattendorf. Er hat sich an die BVZ gewandt, weil er ein Stück unberührter Natur in Gefahr sieht, das an sein Grundstück grenzt: „Ende August wurde ich zu einer Begehung vorgeladen. Zu meiner Überraschung musste ich feststellen, dass ein Teil der Leithaau, bevor diese durch „Natura 2000“ abgesichert ist, noch schnell als Baugrund umgewidmet werden soll.“

Wie die BVZ herausgefunden hat, ist die betroffene Fläche Teil eines rund 30.000 Quadratmeter großen Grundstückes entlang der Leithaauen, das sich im Besitz des Bundes befindet.

Das Gebiet ist derzeit laut GeoDaten Burgenland (Stand: 10. September) als Wald-Grünfläche gewidmet. Bevor hier gebaut werden kann, bedarf es also zunächst einer Umwidmung in Bauland.

Vihanek: Noch kein Umwidmungs-Antrag

Dazu lässt Gattendorfs Bürgermeister Franz Vihanek (ÖVP) auf BVZ-Anfrage wissen: „Bisher ist bei uns kein Antrag auf Bauland-Widmung eingelangt. Sobald ein Antrag da ist, muss der Gemeinderat abwägen, ob dem zuzustimmen ist. Danach muss die Widmung noch vonseiten des Landes genehmigt werden.“

Nun gilt es für die besorgten Anrainer weitere Entwicklungen und Entscheidungen abzuwarten. Alfred Ballabene hofft jedenfalls, dass es nicht gelingen wird, eine Bauland-Umwidmung zu realisieren, bevor die Gattendorfer Leithaauen zum „Natura 2000“-Schutzgebiet ernannt werden. Im BVZ-Gespräch erzählt er abschließend: „Ich liebe die Natur hier, im Sommer das Zirpen der Baumzikaden, den Gesang der Frösche, die Enten, Reiher und all die anderen Vögel. Mir würde es um die Natur, die vielfältige Flora und die Baumbestände sehr leidtun.“