Hilfe für Ukraine: Der Konvoi ist bereits vor Ort

Erstellt am 03. März 2022 | 04:36
Lesezeit: 4 Min
Ein Pfarrer bündelt mit seiner Aktion in Gattendorf eine riesige Menge an Tatendrang, Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit.
Werbung

Wir leben in historischen Zeiten. Seit Jahrzehnten dachte kaum jemand mehr an die Ängste, die aktuell wieder geschürt werden. Das Leiden der ukrainischen Menschen, die kaum 500 Kilometer von uns entfernt Krieg erleben, entsetzt die Menschen. Aber es löst auch Gutes in ihnen aus.

Am Sonntag um 14 Uhr startete eine Spendensammelaktion in Gattendorf. Bereits um diese Uhrzeit stand man kurz nach Ortseinfahrt in einer Kolonne von Autos, welche auf die Zufahrt zum Gattendorfer Feuerwehrhaus wartete. Um kurz nach 15 Uhr war bereits eine Menge an Lebensmitteln, Kleidung, Matratzen, Hygieneprodukten und vielem mehr angesammelt worden, die selbst die optimistischsten Mithelfer ungläubig staunen ließ.

Die Schlange an Autos mit hilfsbereiten Menschen und ihren Spenden schien nicht abreißen zu wollen. Kennzeichen aus der Steiermark und sogar aus Oberösterreich befanden sich darunter. Auch Bürgermeister Thomas Ranits packte in seiner Funktion als Mitglied der Feuerwehr tatkräftig mit an. Innerhalb von nur zwei Tagen waren zwei LKW komplett beladen. Ein weiterer LKW ist mit Gütern aus Siegendorf und ein vierter mit Möbeln und Matratzen aus Mattersburg beladen. Weitere 400 Paletten an Hilfsgütern aus dem ganzen Bezirk warten noch darauf, ihren Weg in das Krisengebiet zu finden. Weitere Gemeinden wie Schützen, Breitenbrunn, Jois, Weiden am See, Wallern und Illmitz sammelten ebenfalls palettenweise Hilfsgüter.

„Es bringen ja Leute aus Bruck an der Mur, aus Linz, aus Hartberg Spenden. Die Leute wollten etwas Gutes tun und die einzige Aktion, die anscheinend stattgefunden hat, war hier im Nordburgenland. Sonst hätte sich kein Steirer oder Linzer dafür ins Auto gesetzt“, meint der Obmann des organisierenden Vereins „2getthere“ Pfarrer Günther Kroiss auf die Frage, wie er sich den besonders großen Andrang bei den Spendensammelaktionen erkläre.

Dank der Freiwilligen Feuerwehren des Bezirks und einer Initiative, die auf Pfarrer Günther Kroiss Engagement beruht, sind die LKW inzwischen in der Westukraine eingetroffen, um dort einen schon ankommenden Flüchtlingsstrom zu versorgen.

Rasche Hilfe dank Einsatz und guter Kontakte

Pfarrer Günther Kroiss pflegt bereits seit 2016 gute Kontakte zu Verantwortlichen der Caritas der Diözese Uschhorod in der Westukraine und kennt die Menschen und die Gegend vor Ort. Der in Illmitz aufgewachsene Pfarrer und Gründer des Mattersburger Vereines „2getthere“ ließ bereits seit den 1990ern bestehende Kontakte zu Waisenhäusern in der Ukraine wieder aufleben, um Kindern und Jugendlichen zu helfen.

Seit Kriegsausbruch setzt er alles in Bewegung, um so schnell wie möglich Hilfe in die Region zu bringen. Ursprünglich wurde der Verein gegründet, um Nachhilfe für Kinder und Jugendliche in Österreich zu organisieren, ein Vorreiter der Caritas Lerncafés. Jedoch dank der erwähnten Kontakte, welche er noch aus seiner Jungendzeit in Illmitz hatte, konnte er schon vor einigen Jahren enge Verbindungen in die Ukraine aufbauen. So half sein Verein schon seit 2016 Kindern und Jugendlichen in der Ukraine.

Am Dienstagvormittag dieser Woche war Pfarrer Kroiss bereits unterwegs in die Ukraine, um sich mit dem Caritas-Verantwortlichen zu treffen und die weitere Versorgung und ganz besonders die Verteilung von Sachspenden aus unserer Region in der Diözese zu organisieren. Aufgrund von Gesprächen mit dem ukrainischen Botschafter in Österreich, Vasyl Khymynets, wurde inzwischen sogar ein Koordinator mit perfekten Deutschkenntnissen vonseiten der ukrainischen Regierung zur Verfügung gestellt, um die Verteilung vor Ort besser planen zu können.

Gemeinsam mit der Caritas ist man derzeit bemüht, ein Verteilsystem zu etablieren. Essentiell ist im Moment, geeignete Lagerkapazitäten und Lagerplätze zu schaffen, um den Menschen möglichst effizient mit den gespendeten Gütern helfen zu können.

Werbung