Jagdgesellschaft im Lockdown angezeigt

Bei einer Jagd in Gattendorf sollen die Corona-Maßnahmen nicht eingehalten worden sein - der Bezirksjägermeister dementiert.

Erstellt am 18. Dezember 2020 | 01:23
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Sonderstatus. Die Jagd gilt als systemrelevant.
Foto: Symbolbild

Ein Leser hat sich mit einer Beobachtung an die BVZ gewandt, die er laut eigenen Angaben Anfang Dezember in Gattendorf gemacht hat: Im Zuge einer Jagd hätten sich die Beteiligten nicht an die geltenden Covid-19 Gesetze gehalten. Die Jäger seien eng zusammengestanden ohne einen Mund-Nasen Schutz zu tragen, lautet einer der Vorwürfe. „So sieht auf jeden Fall keine Ausgangsbeschränkung aus“, meint der Leser, der anonym bleiben möchte (Name der Redaktion bekannt). Er erklärt weiters, dass er deswegen eine Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft erstattet habe.

Auf BVZ-Nachfrage bestätigt Bezirkshauptfrau Birgit Wagner den Eingang der Anzeige: „Die anonyme Anzeige ist bei uns eingelangt und es wurden auch Kontrollen durch die zuständige Polizeiinspektion durchgeführt“, so Wagner.

Vor Ort dürften dann aber keine strafbaren Übertretungen festgestellt worden sein: „Das Gesundheitsministeriums vertritt die Ansicht, dass die Jagd einen systemrelevanten Auftrag auf Basis der Landesjagdgesetze erfüllt. Die Ausübung der Jagd dient vor allem dem Schutze von land- und forstwirtschaftlichen Kulturen zur Vermeidung von Wildschäden, der Tierseuchenprävention und der Gewinnung von regionalen Lebensmitteln“, betont die Bezirkshauptfrau und weist gleichzeitig darauf hin, dass der Burgenländische Jagdverband an die Jägerschaft appelliert, auf Bewegungsjagden mit mehreren Personen zu verzichten. Werden dennoch Jagden abgehalten, so ist dies nur mit einem Covid-19 Konzept und unter Einhaltung der geltenden Hygienemaßnahmen erlaubt.

Jägermeister: Keine Infektionen bei Jagden

Auf Anfrage betont Bezirksjägermeister Hannes Mosonyi, dass dies in Gattendorf der Fall gewesen sei. Den Vorwürfen des BVZ-Lesers entgegnet er: „Ich war heuer selbst schon zwei Mal in Gattendorf bei Jagden dabei. Ich kenne die Situation und die Methoden, wie dort gejagt wird also sehr gut. Ich kann sagen, dass alle nötigen Vorschriften eingehalten werden. Mir ist kein einziger Fall von einer Ansteckung bei einer Jagd bekannt. Bei vielen Jagden darf man nur mit einem maximal 24 Stunden alten negativem Testergebnis teilnehmen. Ich war auch schon bei Jagden dabei, wo eigene Testteams vor Ort waren. Zudem ist die Jagd eine Tätigkeit, die immer Outdoor und mit Sicherheitsabstand stattfindet.“

Weiters erklärt Hannes Mosonyi, warum Jagden auch in Zeiten eines Lockdowns notwendig seien: „Die Schusszeit des Hasen endet mit 31. Dezember. Da bleibt nur wenig Zeit, um die Population der Feldhasen in einem Ausmaß zu halten, dass keine großen Schäden in der Landwirtschaft entstehen.“