Gattendorf , Nickelsdorf

Erstellt am 28. November 2018, 05:51

von Paul Haider

Jäger im Clinch mit VGT-Tierschützern. Aktionen des „Vereins gegen Tierfabriken“ gegen Jagden in Gattendorf: Jetzt setzt sich die Jägerschaft zur Wehr.

Foto: Symbolbild/Haider  |  Symbolbild/Haider

Während der aktuellen Jagdsaison kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Tierschützern und Jagdgesellschaften. Gattendorf hat sich dabei zum „Hotspot“ entwickelt: Wie Bürgermeister Franz Vihanek (ÖVP) der BVZ mitteilte, komme es derzeit bei allen Jagden im Gemeindegebiet zu Protesten und Störaktionen des „Vereins gegen Tierfabriken“ (VGT). Regelmäßig müssten Jagden abgebrochen werden.

Die Konsequenz: Die Jägerschaft könne ihrem Jagdauftrag nicht mehr nachkommen, Landwirte befürchten Ernteeinbußen durch Wildschäden. Außerdem seien Gefahren im Straßenverkehr durch viele frei laufende Wildtiere zu befürchten, wie Gattendorfs Ortschef zu bedenken gibt.

Bezirksjägermeister Hannes Mosonyi bestätigt im BVZ-Gespräch die angespannte Situation in den Gattendorfer Jagdgebieten: „Speziell beim VGT sind militante Personen dabei, die bereits rechtskräftig verurteilt sind. Es ist ganz einfach so, dass die Sicherheit nicht mehr gewährleistet ist, wenn sich Personen bei der Jagd aufhalten, um sie bewusst zu stören. Deshalb muss in so einem Fall die Jagd abgesagt werden.“

Betretungsverbot für Jagdreviere angedacht

Jetzt will sich die Jägerschaft gegen die Aktionen der Tierschützer zur Wehr setzen. Ein Betretungsverbot der Jagdreviere wird in Betracht gezogen. Mosonyi dazu: „Wir sind dabei, gemeinsam mit Politik und Behörde zu prüfen, inwieweit man im Rahmen des Gesetzes gegen solche Jagdstörungen vorgehen kann.“

Der „Verein gegen Tierfabriken“ hat in den letzten Wochen mehrmals öffentlich Kritik an Jagdpraxen im Bezirk Neusiedl am See geübt. So erstattete die Vereinigung etwa Anzeige wegen Tierquälerei anlässlich einer Jagd auf Zuchtenten entlang der Leitha im Bereich Zurndorf/Nickelsdorf. Jetzt gibt es neue Vorwürfe, die die Jagd auf Fasane betreffen: In Gattendorf und Nickelsdorf würden Fasane gezüchtet werden, die kurz vor der Jagd aus ihren Volieren gelassen werden, um sie anschließend abzuschießen.

Martin Balluch vom VGT sagt in einer Aussendung: „Ausgesetzte Zuchtfasane stehen jetzt überall auf der Straße und werden überfahren. Eigentlich hätte die herz- und hirnlose Aussetzerei von Fasanen aus Massentierhaltung, um sie danach wieder abzuballern, durch die Reform im Tierschutzgesetz und das neue Jagdgesetz im Burgenland vorbei sein sollen. Doch weit gefehlt. Bei der Jägerschaft dünkt man sich offenbar über dem Gesetz.“

Zum Thema Fasanenzucht und -jagd sagt Bezirksjägermeister Mosonyi: „Es wurde immer wieder vorgeworfen, dass hier Fasane unter nicht gesetzeskonformen Bedingungen gezüchtet werden. Die Situation wurde vor Ort von der Veterinärmedizinerin der Bezirkshauptmannschaft Neusiedl begutachtet und für in Ordnung befunden. Somit sind die Vorwürfe des VGT unbegründet und haltlos.“