Nach Golser Volksfest eskalierte Streit

Erstellt am 09. Jänner 2023 | 04:05
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Aggressiv Aggression Drohung Gewalt Faust Symbolbild
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Foto: Shutterstock, AFPics
Mann schlug seiner „Stiefschwester“ zwei Zähne locker. Dann lag er selbst bewusstlos am Boden. Prozess in Eisenstadt.
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Am 21. August 2022 um 2.40 Uhr morgens war für viele Besucher das Golser Volksfest bereits vorbei. Etliche Personen befanden sich am Heimweg, so auch ein obenrum nackter 38-jähriger Mann aus dem Bezirk Neusiedl mit seiner Frau.

In der Hauptstraße traf das Paar auf eine 36-jährige Frau und deren 31-jährigen Freund. Die 36-Jährige kennt der 38-Jährige aus seiner Kindheit: Sie ist die Tochter jenes Mannes, mit dem die Mutter des heute 38-Jährigen einige Zeit lang verheiratet war, seine Stiefschwester sozusagen.

Wie es dazu kam, dass der 38-Jährige und der 31-Jährige Freund der 36-Jährigen nun nebeneinander auf der Anklagebank saßen, das wurde bei einem Prozess am Dienstag dieser Woche am Landesgericht Eisenstadt aufgerollt.

„Sie nannte meine Mutter Schlampe“, berichtete der 38-Jährige über Äußerungen der 36-Jährigen. Außerdem habe ihn die Frau mehrfach des sexuellen Missbrauchs bezichtigt.

„Wir saßen auf einer Mauer und warteten, dass uns jemand abholt“, erzählte die 36-Jährige als Zeugin vor Gericht. „Er kam oben ohne, erkannte mich, schimpfte und drohte“, schilderte sie das Zusammentreffen mit dem 38-Jährigen.

„Du Hur, du Schlamp’n, i bring di um, i dawisch di überall!“, soll der 38-Jährige der 36-Jährigen gedroht haben.

Jugendliche wurden

Augenzeugen des Streits

„Meine 13-jährige Tochter und ihre 14-jährige Freundin waren dabei“, berichtete die Frau. Als der 38-Jährige die Drohungen aussprach, habe sie die Polizei gerufen: „Ich glaubte, dass er auf mich losgeht.“

Gleich danach passierte wirklich etwas: „Ich haute mit der Hand reflexartig nach hinten“, gab der 38-Jährige zu. Erst dann habe er bemerkt, dass er die 36-Jährige und nicht ihren Freund erwischt hatte.

Lockere Zähne nach erfolgter Drohung

Die Frau klagte danach über zwei lockere Zähne im Unterkiefer, die sie sich irgendwann entfernen lassen müsse, wie sie vor Gericht angab.

Als ihr das Blut aus dem Mund rann, habe ihr 31-jähriger Freund in die Rauferei mit dem 38-Jährigen eingegriffen.

„Ich konnte seinen Schlägen ausweichen, dann verpasste ich ihm im Affekt einen Faustschlag, er ging zu Boden und war k. o.“, schilderte der 31-Jährige die Szene.

Der 38-Jährige war danach kurz bewusstlos. Rettungskräfte waren rasch vor Ort und versorgten den Verletzten.

Der Prozess wurde auf Februar vertagt, weil weitere Zeugen vorgeladen werden sollen.

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