Regine Brandner: Über die „Salige“ und eine zweite Heimat

Eine seeverliebte Autorin mit vielen Facetten. Lehrerin, Reisende, Theatermacherin, Schauspielerin, Seglerin und noch vieles mehr.

Erstellt am 25. Dezember 2021 | 06:00
Lesezeit: 2 Min
nsd01dg-SOHAM1
Foto: Daniel Gottfried

Regine Brandner, Autorin von „SO HAM – Das Geheimnis der Saligen vom Weissensee“, wuchs an ebendiesem See in Kärnten auf. Somit steht für sie schon seit frühesten Kindestagen Wasser und Natur in Verbindung mit ihrer Heimat. Während ihres Studiums in Wien findet sie als leidenschaftliche Seglerin auch bald in den Seewinkel. Aber vorerst nur als Urlauberin. Hier schrieb sie nun auch ihr neues und erstes Buch. „Die Geschichte ist jetzt schon seit 2006 in meinem Kopf“, erzählt die Autorin über ihre Erfahrung, als sie damals bei einer Wanderung um den verschneiten Weissensee das Dolmetzenloch entdeckte. Dieses spürte sie sofort in Verbindung mit einer Sage über die Saligen, die im ganzen Alpengebiet verbreitet ist. „Salige“ - ein Wort, das sich von „Glückselig“ ableitet - sind elfenähnliche, weibliche Wesen. Sie leben in den Wäldern und bringen den Menschen Gutes. Sie sind Helferinnen. Über ihre zweite Heimat mitten im Seewinkel und die Salige sagt die Autorin: „Ein wundervolles Leben darf ich hier am Neusiedler See führen. Und wie man so ein Leben führt, hat mir die ‚Salige vom Weissensee‘ beigebracht. Denn sie ist wahrlich Weise.“

Studium, Reisen und Entdeckungen

In Wien studierte sie Lehramt Germanistik und Französisch an der Universität Wien. Bei Elfriede Ott Schauspiel am Konservatorium. Sie verbrachte ein Auslandssemester an der Sorbonne, wo sie das Théâtre du Soleil und Ariane Mnouchkine kennenlernte. Später folgte ein weiteres Auslandssemester in Indien, im Zuge dessen sie sich mit altindischem Sanskrittheater vertraut machte. Im weiterem Verlauf ihres Lebens machte Regine Brandner mehrere Ausbildungen. Unter anderem zur Reikimeisterin und Yoga- und Meditationslehrerin in Indien und Deutschland.

Auch Integrationsarbeit leistete sie, indem sie Deutsch unterrichtete. Im Winter 2010 suchte die Sonnenanbeterin dann in der Gegend die sie seit ihrer Studentenzeit regelmäßig zum Segeln besuchte nach Immobilien. „Der wunderbare Hof fand mich.“ erklärt sie.

Zwischen Weissensee und Golser Brandnerhof

Als sie den Hof zum ersten Mal betrat, sprach vieles für das damals noch renovierungsbedürftige Gebäude in Gols. Ein großer Stadl für Aufführungen, ein freundlicher Garten und viel Platz für Menschen, um sich zu entfalten. Wie als Wink des Schicksals erkannte die Kreative auch das Tor zu ihrem heutigen Yoga-Raum als das gleiche Modell, das sie schon als Eingang in das Atelier ihres Vaters kannte. Sie hat sofort pure Kreativität und Lebensfreude damit verbunden.

Aber Regine Brandner ist auch Lehrerin. Aktuell an einem Gymnasium in Wien. Besonderes leistete sie mit der schulübergreifenden und interkulturellen Jugendtheaterproduktion „Verschüttet – oder wer ist Ellen?“, frei nach Ilse Aichingers „die größere Hoffnung“. Dafür führte Regine Brandner Regie und wurde 2011 „Austrian Teacher of the Year“.„Ich bin Schauspielerin. Das kann ich nicht leugnen. Das ist mein Wesen“, sagt sie lächelnd. „Ich habe aber nicht den Drang, dass ich die sein muss, die auf der Bühne steht.“ Ihren Roman können Sie unter www.soham.at/shop erwerben.