Vater/Sohn-Duo: Mit Sprühdose und Pinsel im Duett. David und Harald Moser, Vater und Sohn, haben ihre gemeinsame Leidenschaft in der Bildenden Kunst gefunden.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 17. August 2019 (06:03)
Farbenprächtig. David und Harald Moser bezeichnen ihre Kunst selbst als Spontanrealismus mit Pop Art-Einflüssen.
Birgit Böhm-Ritter

Malen im Duett? Ungewöhnlich. Für Harald und David Moser aber der Schlüssel zum Erfolg. Vater und Sohn haben ihre gemeinsame Leidenschaft in der Kunst entdeckt. Beeinflusst von Pop Art Künstlern haben sie sich vor allem auf Porträts spezialisiert, malen aber auch Akte oder Städteansichten. Eines haben all ihre Werke gemeinsam: Sie strotzen nur so vor Farbe und strahlen Lebendigkeit und Lebensfreude aus.

Ihre Bilder sind immer Gemeinschaftsprojekte. „Ich glaube, das ist etwas Einmaliges, aber bei uns funktioniert das gut“, erklärt Harald Moser, „wir kommen uns nie in die Quere.“

Harmonischer Schöpfungsprozess

Bevor mit einem Bild begonnen wird, besprechen die beiden Perspektive und Farbzusammensetzung und zeichnen Umrisse vor. Dann geht es auch schon an die Grundierung, womit der Entstehungsprozess richtig ins Laufen kommt. Es wird gesprüht, gespachtelt und mit Pinsel gearbeitet. Mal arbeiten die beiden gleichzeitig am Bild, mal im Wechsel. Streitereien gibt es dabei nie. „Diskussionen und konstruktive Anregungen schon, negative Kritik kommt uns aber gar nicht in den Sinn“, beschreibt Vater Moser den harmonischen Schöpfungsprozess. „Das kommt davon, weil wir ähnlich denken, wir ergänzen uns. Einer inspiriert den anderen“, fügt David Moser hinzu.

Oft sind es Promis, die die beiden im Duett nach Fotos porträtieren. Darunter etwa Tina Turner, Freddie Mercury, Kurt Cobain, Marilyn Monroe oder Muhammed Ali. Absoluter „Publikumsliebling“ unter ihren Porträts ist aber Falco. Den Austro-Popper malen die Mosers momentan zum dritten Mal. Eine Auftragsarbeit. Warum sich gerade Falco so gut verkauft? Die beiden wissen es nicht. „Es macht aber Spaß, denn jedes der drei Bilder sieht anders aus.“

Mit dem Malen begonnen hat Harald Moser in seinen frühen Zwanzigern nach einer Begegnung mit dem Parndorfer Johann Therner, der in der Region für viele Hausmalereien bekannt war. Therner habe in der Nachbarschaft eine Hausmauer mit einem Landschaftsbild verziert und ihn gebeten, in seiner Pause für ihn weiterzumalen, erzählt Moser mit einem Schmunzeln die Anekdote über seine künstlerischen Anfänge: „Als Therner wieder zurückgekommen ist, hat er gesagt: ‚I bin jo eh scho fertig‘.“

Von der Landschaft zum Porträt

Therner hat Moser daraufhin unter seine Fittiche genommen und ihn verschiedene Techniken gezeigt. „Zwanzig Jahre lang habe ich hauptsächlich Landschaften gemalt. Etwa 300 bis 400 Bilder. Dann hab ich aufgehört und viele Jahre gar nicht gemalt“, blickt Moser im BVZ-Gespräch zurück. Erst als Sohn David als Ausgleich zu seinem Beruf die Kunst entdeckt hatte, nahm auch er wieder einen Pinsel in die Hand.

Landschaftsbilder haben seitdem aber ausgedient. Bei Vater und Sohn gleichermaßen. „Ich hab das probiert und schnell gemerkt, dass das nichts für mich ist. Ich hab ganz schnell die Porträtmalerei für mich entdeckt“, erzählt David Moser. Das war 2012. Seitdem malen Vater und Sohn im Duett.

Mittlerweile sind ihre Bilder immer wieder auf Ausstellungen zu finden. Bis 16. August etwa noch in der Sporgasse in Graz. Zu Martini werden ihre Werke sowohl im Illmitzer Weingut von Martin Wegleitner als auch in der Dorfbrennerei Gols zu sehen sein.