Volksbefragung: Siegerprojekt mit „G‘fühl für den Ort“. 33,44 Prozent der Golser Wahlberechtigten gaben am Sonntag ihre Stimme ab und entschieden über die „Neue Mitte“.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 01. Juli 2021 (04:21)

Die Golserinnen und Golser wurden am Sonntag im Rahmen einer Volksbefragung zur Urne gebeten. Die große Frage, mit der sich die Bevölkerung beschäftigen sollte, galt der Umgestaltung des früheren Angers, in dessen Mitte sich das Kriegerdenkmal und ein seit Jahren leer stehendes Gemeindegebäude befinden. Drei Entwürfe für die „Neue Mitte Gols“ wurden in einem breit angelegten Bürgerbeteiligungsprozess aus einem Ideenwettbewerb, bei dem 24 Entwürfe eingereicht wurden, bereits herausgefiltert (die BVZ berichtete). Die Entwürfe stammten von DI Michael Leonhard, Ing. Günther Nittnaus und Thomas Sieberer & Team.

Bedeutung des Angers wiederbeleben

1.189 Wahlberechtigte gaben ihre Stimme ab, das entspricht einer Wahlbeteiligung von 33,44 Prozent. 40,93 Prozent – und damit die Mehrheit – stimmten für das PROJEKT C von Thomas Sieberer, BA & Team. Dieser Entwurf wird der Gemeinde nun als Grundlage für die Gestaltung ihrer „neuen Mitte“ dienen.

Der Entwurf beschreibt den alten Anger als luftigen Platz, der Raum für Veranstaltungen gibt und trotzdem auch dem alten Kriegerdenkmal in modernisierter Form seine Berechtigung lässt. „Es war uns wichtig den genius loci, den Geist des Ortes, einzufangen und dem Platz die Offenheit des ursprünglichen Angers wieder zurückzugeben“, sagt Thomas Sieberer, der den Entwurf gemeinsam mit Lukas Malli, Nina Haider und Karin Andert eingereicht hatte. Der Anger solle nun wieder seine Bedeutung als gesellschaftlicher Mittelpunkt des Ortes zurückbekommen, schließlich habe sich Gols einst um diesen Anger gegründet.

Das Kriegerdenkmal ist in der Gemeinde seit Jahrzehnten ein Thema, das polarisiert. Immer wieder wurde seine Umgestaltung oder Verlegung diskutiert. Im Siegerentwurf bleiben Mauerteile des Denkmals weiter am Platz bestehen. „So ein Denkmal gehört zum genius loci dazu. Die Leute haben es damals aus eigenen Stücken aufgestellt. Unsere Generation ist emotional und gesellschaftlich so weit von den damaligen Ereignissen weg, die Adaptierung des Denkmals bedarf demnach viel Feinfühligkeit und Sensibilität“, glaubt Sieberer.

Stattdessen solle es unter den Gesichtspunkten der heutigen Zeit in einen offenen Raum integriert werden, in einen Raum, der Platz für die zahlreichen kleinen Veranstaltungen bietet, die in der Gemeinde Tradition haben.

Deshalb hat das Siegerteam in seinem Entwurf auch die dementsprechende Infrastruktur mit Sanitäranlagen, Lagerraum und einem kleinen verglasten Multifunktionsraum, der als „Summakuchl“ fungieren kann, eingeplant.