Winzer John Nittnaus komponiert nicht nur Weine. Der studierte Musiker und renommierte Winzer Hans „John“ Nittnaus scheut das Experimentieren nicht. Er stellt seinen „Blue Seven“ mit musikalischer Begleitung vor.

Von Klaus Zwinger. Erstellt am 03. Juli 2021 (05:28)

„Blue Seven“ von Hans „John“ Nittnaus ist gleichermaßen ein Blaufränkisch Rosé wie auch eine Bluesnummer im 7/8 Takt. Für ihre Entstehung sind einige Ereignisse zusammengekommen.

2020 war im Hause Nittnaus nicht nur wegen Corona ein lästiges Jahr, der Hagel beschädigte zu allem Überfluss auch noch einige Weingärten in sehr guten Lagen, wie etwa den Tannenberg oder den Jungenberg in Jois. Da mit den Trauben jener sieben getroffenen Weingärten kein Rotwein mehr zu gewinnen war, entschloss man sich kurzerhand dazu, aus der Not eine Tugend und aus dem roten Blaufränkisch einen Rosé zu machen.

Feeling Blue im Sieben Achtel Takt

„Es passt auch insofern sehr gut, als dass ‚feeling blue‘, vom Blues her kommend, immer auch etwas mit Leid zu tun hat. Das Lied dazu ist im 7/8 Takt und die Trauben für den Wein kommen aus sieben angeschlagenen Weingärten. Blue Seven eben“, erklärt der Winzer. Die treibende Kraft hinter der Idee, das Stück tatsächlich aufzunehmen und per QR-Code auf das rückwärtige Flaschenetikett zu geben, war allerdings Sohn Andreas, seines Zeichens ebenso Musiker wie Weinbauer. Für die Aufnahme besetzte Multiinstrumentalist Andreas das Schlagzeug und setzte seinen Bandkollegen Ben Brose aus dem Kollektiv „Gruber“ als Aufnahmeleiter und Bassisten ein. Komplettiert wurde die Besetzung durch den Golser Gitarristen und Gitarrenlehrer Georg Allacher, den Wiener Stefan Pelzl an Querflöte und Saxofon sowie nicht zuletzt durch seinen Vater John Nittnaus am Klavier.

„Komm, ein paar Takes mach‘ ma noch!“

„Wir haben die Nummer über fünf oder sechs Sessions eingespielt, das war schon einiges an Arbeit“, berichtet Pianist John Nittnaus. „Normalerweise improvisiere ich sehr gern, aber durch den ungeraden Takt war das diesmal leider nur sehr schwer möglich. Ich habe das Solo in meinem eigenen Song also wirklich üben und so oft spielen müssen, bis es gepasst hat“, resümiert Nittnaus. Das Ergebnis überzeugt, sowohl musikalisch als auch genusstechnisch. „Es ist jetzt kein besonderer Lagenwein, den wir in zwanzig oder dreißig Jahren noch produzieren werden, aber es ist ein leichter, fruchtiger, so gut wie möglich ausgebauter Rosé, der für heuer einmal etwas Besonderes ist.“

Die Aufteilung innerhalb der Familie

Innerhalb der Familie Nittnaus gibt es betriebstechnisch eine klare Aufteilung. Während die Eltern Anita und Hans mit ihren Leithaberg DAC und Heideboden-Weinen die klassische Schiene bedienen, widmen sich „die Jungen“ einer ausgefalleneren Linie von Naturweinen, bei der auch experimentiert werden darf. Dabei hat jeder seine Aufgabe.

Andreas ist seit dem abgeschlossenen Önologiestudium auf der Produktionsseite, Martin macht Vertrieb und Marketing und Cousine Lydia zeichnet für den Bereich Administration und auch Auslandskorrespondenz verantwortlich. Hier trifft Jung und Alt mit erstaunlichen Ergebnissen aufeinander!