Wohnheim-Missstände: Volksanwalt-Empfehlungen befolgt

Die Volksanwaltschaft sieht ihre nach im Vorjahr kritisierten Missständen in einem sozialpädagogischen Wohnheim im Bezirk Neusiedl am See an das Land Burgenland gerichteten Empfehlungen befolgt.

Erstellt am 23. Mai 2018 | 15:30
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Kritik von Volksanwalt Günther Kräuter an Ausbau der Sonderschulen
Volksanwalt Günther Kräuter
Foto: APA

Mittlerweile sei eine Verordnung erarbeitet worden, in der diesen "vollinhaltlich" entsprochen werde, berichtete Volksanwalt Günther Kräuter am Mittwoch. Die Verordnung sehe etwa gewaltpräventive und sexualpädagogische Konzepte in den Einrichtungen vor. Weiters sei eine Reduzierung der Gruppengröße von 16 auf zehn Personen sowie der Einsatz von mehr und besser qualifiziertem Personal vorgesehen.

Als "Schönheitsfehler" bemängelte Kräuter, dass noch nicht feststehe, wann die Verordnung in Kraft tritt. Als Ziel müsse jedenfalls das Jahresende angepeilt werden. Weiters brauche es eine budgetäre Sicherstellung der zu erwartenden höheren Kosten aufgrund von kleineren Gruppen und mehr Personal.

Kräuter kritisierte in dem Zusammenhang, dass das Burgenland mit über 29 Prozent den höchsten Anteil bei außerhalb des Bundeslandes untergebrachten Minderjährigen habe. Gleichzeitig gebe es burgenländische Einrichtungen, in denen bei Besuchen der Expertenkommission der Volksanwaltschaft kein einziges burgenländisches Kind vorgefunden worden sei. Als mögliche Ursachen nannte Kräuter Kapazitäten und finanzielle Gründe.

Ende November des Vorjahres hatte die Volksanwaltschaft schwere Vorwürfe gegen eine sozialpädagogische Wohngemeinschaft erhoben, wonach es zu Übergriffen von älteren Kindern auf Jüngere gekommen sein soll. Ende Februar teilte die Staatsanwaltschaft Eisenstadt zur Causa mit, dass die Ermittlungen gegen zwei Verdächtige eingestellt wurden, da bei den Burschen - sie waren zur Tatzeit unter 18 Jahre - eine "verzögerte Reife" bestehe. Laut Volksanwaltschaft wurden alle betroffenen Kinder inzwischen in anderen Einrichtungen untergebracht. Das Wohnheim werde unter strengen Auflagen weitergeführt.