Wendelin und Rainer als neue Herausforderer. Christa Wendelin tritt erstmals für die Grünen an, Stefan Rainer (Ex-FPÖ) will mit der „Distel“ wieder in den Parndorfer Gemeinderat.

Von Paul Haider. Erstellt am 01. September 2017 (05:00)
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Christa Wendelin kandidiert für die Grünen. Stefan Rainer will zurück in den Parndorfer Gemeinderat.
zVg

Rekordverdächtige sechs Listen werden bei der kommenden Gemeinderatswahl in Parndorf am Stimmzettel stehen. Neben altbekannten Namen finden sich auch neue: Christa Wendelin etwa, die Spitzenkandidatin der neugegründeten Ortsgruppe der Grünen. Die Partei tritt zum allerersten Mal bei einer Gemeinderatswahl in Parndorf an.

Wendelin: "Weniger Nebeneinander, mehr Miteinander"

Im BVZ-Gespräch schildert Christa Wendelin ihr Wahlprogramm: „Wir wollen weniger Nebeneinander und mehr Miteinander in der Gemeinde haben. Es gibt derzeit eine Nachbarschaftshilfe, die nicht funktioniert. Wir haben 40 Nationalitäten im Dorf und wollen, dass es wirkliche Integration gibt.“

Geht es nach der grünen Kandidatin, dann soll Parndorf außerdem bald frei von Glyphosat und Ragweed sein. Weitere grüne Forderungen sind der Ausbau von Nutz-Radwegen und die Reduktion der Verkehrsbelastung im Dorf.

Christa Wendelin führt eine Liste von acht Personen an. Als Bürgermeisterkandidatin hat sich die 53-jährige gebürtige Golserin, die seit zwanzig Jahren in Parndorf lebt, heuer noch nicht aufstellen lassen. Auf dem zweiten Listenplatz kandidiert Gerald Zhang-Schmidt, an dritter Stelle Liliane Bauer.

Die Chancen der Grünen, in den Gemeinderat einzuziehen, schätzt Christa Wendelin als gut ein: „Wir haben schon einiges an Hausbesuchen gemacht und wir stoßen mit unseren Themen auf guten Widerhall. Mit dem Wahlergebnis sind wir zufrieden, wenn wir in den Gemeinderat kommen, und freuen uns, wenn zwei reinkommen.“

Stefan Rainer: Mit Sohn Partei gegründet

Die Bürgerliste „Die Distel“ wird im Herbst ebenfalls zum ersten Mal auf dem Stimmzettel in Parndorf stehen. Ihr Spitzenkandidat ist aber ein Altbekannter: Bis 2012 ist Stefan Rainer für die FPÖ im Gemeinderat gesessen. Gegenüber der BVZ schildert Rainer, wie es zum Bruch mit seiner alten Partei und zur Gründung der neuen kam: „Nach dem Verlust des Mandates hat es keinen Kontakt mehr mit der FPÖ gegeben. Ich war dann einmal mit meinem Sohn bei einer Gemeinderatssitzung. Danach hat er gemeint, dass es wohl nicht sein kann, dass diese ganzen, aus seiner Sicht alten Leute über seine Zukunft entscheiden. Da habe ich gesagt: Dann müssen wir was tun!“

Gesagt, getan - im Sommer wurde der Wahlvorschlag für die „Distel“ eingebracht. Stefan Rainer kandidiert als Spitzenkandidat, sein Sohn Stefan Rainer Junior auf dem zweiten Listenplatz.

Zu seinen Zielen meint der „Distel“-Gründer: „Unser Wahlziel ist, mindestens ein Mandat zu bekommen, um auf die Finger zu schauen, die unser Geld bewegen. Es gibt in Parndorf angeblich eine SPÖ und eine ÖVP, die aber nichts leisten. Die Opposition ist nicht vorhanden. Ich bin einer, der unabhängig agieren würde.“

Der Bürgermeisterpartei Liste Parndorf (LIPA) wirft Stefan Rainer im BVZ-Gespräch fehlende Bürgernähe und Abgehobenheit vor. Forderungen der Oppositionsparteien, wie den SPÖ-Wunsch nach einer neuen Mittelschule für Parndorf, bezeichnet Rainer als „Schwachsinn“. Ihm liegt hingegen der Parndorfer Badeteich besonders am Herzen, für dessen Verschönerung und Ausbau er sich im Gemeinderat einsetzen will.