Breitspurbahn: Infos aus der Slowakei durchgesickert

Die Bürgerinitiative gegen die Breitspurbahn berichtet von durchgesickerten Informationen zur möglichen Streckenführung.

Paul Haider
Paul Haider Erstellt am 25. Juli 2019 | 05:51
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
440_0008_7642839_nsd30pau_uig_antragsunterzeichnung.jpg
Breite Unterstützung. Zahlreiche Gemeindevertreter haben sich bereits der überparteilichen Bürgerinitiative gegen die Breitspurbahn angeschlossen.
Foto: zVg

Das geplante Breitspurterminal im Raum Parndorf bleibt weiterhin ein Aufreger-Thema. Die überparteiliche Bürgerinitiative gegen die Breitspurbahn hat jetzt neue Informationen zum Planungsstand des Projektes aus der Slowakei erhalten.

Der Sprecher der Bürgerinitiative, SPÖ-Bezirksgeschäftsführer Friedrich Radlspäck, hat der BVZ von dem Dokument berichtet, das der Bürgerinitiative zugespielt worden ist: „Das Dokument kommt offensichtlich von der ÖBB Infrastruktur AG, denn ihr Logo ist darauf abgedruckt. Darin ist die komplette Trasse eingezeichnet, beginnend von der jetzigen Endstation Kosice bis in den Osten von Wien. Das heißt, in der Slowakei ist man schon sehr konkret, und bei uns soll es noch keine Vorlieben für eine Trasse geben. Wir sind uns sicher, dass es diese Vorlieben auf jeden Fall gibt.“

Anzeige

Laut Radlspäck sollen, den durchgesickerten Informationen zufolge, in der Slowakei einige Bahnhöfe zu Ausweichbahnhöfen umgebaut werden, um den Gegenverkehr auf der Breitspurbahnschiene bewerkstelligen zu können. Die Breitspurbahn solle hinter Petrzalka gelegt werden, im Süden von Kittsee die Grenze übertreten und Richtung Edelstal weitergeführt werden.

Wie Friedrich Radlspäck betont, handle es sich dabei um ein „ganzheitliches“ Konzept. „Das heißt, sollte das Hauptziel, die Twin-City Region zwischen Bratislava und Wien mit der Breitspurbahn zu verbinden, nicht erreicht werden, kippt das gesamte Projekt“, heißt es vonseiten der Bürgerinitiative.

Offizielle Informationen frühestens im Herbst

Auf Nachfrage der BVZ zum aktuellen Projektstand verweist ÖBB-Pressesprecherin Juliane Pamme auf die seit November 2018 laufende „Strategische Prüfung Verkehr“ (SP-V): „Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es noch keine konkreten Planungen hinsichtlich des Streckenverlaufes, eines möglichen Endpunktes der Strecke oder dem Standort des geplanten Verteilerbahnhofs.

Die SP-V muss durchgeführt werden und nimmt circa ein Jahr in Anspruch. Erst nach Abschluss der SP-V findet ein Auswahlverfahren für die Bahntrasse statt, das in enger Abstimmung mit den Ländern und Gemeinden erfolgen wird.“ Mit näheren offiziellen Informationen hinsichtlich der Streckenführung und möglichen Standorten für das Breitspur-Terminal ist demzufolge frühestens im kommenden Herbst zu rechnen.