Kulturmeile soll Parndorfs Dorfzentrum beleben. Die Gemeinde Parndorf beginnt heuer mit der Neugestaltung des „Skupa“-Grundstücks. Kostenpunkt: fast eine Million Euro.

Von Paul Haider. Erstellt am 12. Februar 2020 (05:38)
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Hauptstraße 104. Bürgermeister Kovacs hofft, dass die Renovierung des „Skupa“-Hauses einen Beitrag zur Belebung des Dorfkerns leisten werde.
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Eines der ältesten Gebäude Parndorfs soll bald neuen Schwung in das Dorfleben bringen. Das „Skupa-Haus“ mit der Adresse Hauptstraße 104 liegt, gegenüber der Pfarrkirche, direkt im Ortszentrum und ist Schätzungen zufolge (genaue Aufzeichnungen sind nicht bekannt) mindestens 200 Jahre alt.

„Das Vorhaben ist, das alte Haus zu sanieren, in der Mitte des Grundstücks einen Neubau zu errichten und einen Verbindungsweg nach hinten zur Friedhofsstraße zu schaffen“, fasst Bürgermeister Wolfgang Kovacs (LIPA) die Pläne der Gemeinde beim BVZ-Lokalaugenschein zusammen.

Fußweg mit Sitzbänken und „outdoor-tauglichen“ Kunstwerken

Im „Skupa“-Haus sind derzeit die Musikschule und der „Theater Sommer Parndorf“ untergebracht. Im Neubau wird es, unter anderem, auch einen Proberaum für das Tamburizzaorchester „Ivan Vukovic“ geben, das derzeit in einem Container neben dem Gemeindeamt probt.

Storch-Quartier inklusive. Am Grundstück gibt es auch ein Storchennest. „Wir sind im Umsiedelungsprozess. Der Storch will noch nicht von seinem alten Kamin runter“, schmunzelt Ortschef Kovacs.
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Zusätzlich zur kulturellen Nutzung soll das „Skupa Neu“-Projekt auch einen praktischen Zweck erfüllen: Da sich das Grundstück auf circa 150 Metern von der Haupt- bis zur Friedhofsstraße erstreckt, soll hier ein neuer Fußweg entstehen.

Dieser soll als Kulturmeile gestaltet werden, mit Sitzbänken und einigen „outdoor-tauglichen“ Kunstwerken. „Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt“, zeigt sich Bürgermeister Kovacs offen für Vorschläge.

In der kommenden Gemeinderatssitzung am 20. Feber steht bereits die Architekten-Vergabe auf der Tagesordnung. Läuft alles nach Plan, könnte schon im kommenden Sommer mit den Arbeiten begonnen werden.

Ambitionierte Pläne. Im langen Streckhof soll auch ein neues Haus gebaut werden.
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Die Gesamtkosten für das Projekt beziffert Wolfgang Kovacs mit 941.000 Euro. 500.000 Euro an Fördergeldern wurden der Gemeinde für das Projekt in Aussicht gestellt, 30.000 Euro steuert der Theaterverein aus Eigenmitteln bei. Den Restbetrag von 410.000 Euro will die Gemeinde über ein Darlehen finanzieren.

Warum Parndorf so viel Geld in das Kulturprojekt steckt, begründet der Ortschef so: „Das ist ein weiterer Teil des Zieles, die Hauptstraße zu beleben. Wenn es uns nicht über Betriebe gelingt, dann vielleicht mit anderen Dingen. Dafür versuchen wir alles zu machen, was irgendwie geht.“