Drei in einem: Pamhagen bekommt Gemeindezentrum. Gemeindeamt, Arztpraxis und Polizeiposten sollen im Ortskern in einem neuen Gebäude Platz finden.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 12. Januar 2020 (05:50)
Laut Bürgermeister Josef Tschida (ÖVP) wurde schon ein Standort für den Neubau ins Auge gefasst.
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Mit einem aufsehenerregenden Grundsatzbeschluss beendete der Gemeinderat der Grenzgemeinde das vergangene Jahr: Ein neues Gemeindezentrum soll gebaut werden. Aufsehenerregend deshalb, weil darüber in Pamhagen seit drei Jahrzehnten debattiert wird. Ein neues Gemeindezentrum wurde wiederholt zum Politikum, umgesetzt wurde es nie.

Nun haben sich die Gemeinderäte der ÖVP- und SPÖ-Fraktionen zu einem gemeinsamen Grundsatzbeschluss aufgerafft. Eine Stimme dagegen gab es von FPÖ-Gemeinderat Josef Kotzenmacher.

Im künftigen Gemeindezentrum sollen neben dem Gemeindeamt auch der Polizeiposten und die Ordination des Gemeindearztes untergebracht werden. Laut Bürgermeister Josef Tschida (ÖVP) wurde auch schon ein Standort für den Neubau ins Auge gefasst: Das Grundstück, auf dem momentan das gemeindeeigene Arzthaus stehe, sei für dieses Projekt ideal und verfüge auch über die notwendige Größe. Außerdem: „Das über 50 Jahre alte Arzthaus ist sanierungsbedürftig und Dr. Erich Egermann geht mit Ende Jänner in Pension.“

Auch für Polizeiposten wäre Übersiedlung von Vorteil

Von einem neuen Gemeindezentrum, in dem unter anderem eine moderne Arztpraxis untergebracht sein wird, soll aber nicht nur Egermanns Nachfolgerin oder Nachfolger profitieren. Auch für den Polizeiposten in der Grenzgemeinde wäre eine Übersiedlung von Vorteil. 38 Polizeibeamte üben ihren Dienst in Pamhagen aus. Der Posten ist in einem ehemaligen Zollhaus eingemietet, das der Bundesimmobiliengesellschaft gehört. „Barrierefrei ist es nicht“, erläutert der Ortschef eines der Mankos.

Neben Arztpraxis und Polizeiposten soll auch das Gemeindeamt im neuen Gebäude Platz finden. Derzeit befindet es sich in einem Haus, das Anfang der 1950er Jahre gebaut wurde. Es ist längst renovierungsbedürftig, nicht barrierefrei und zu klein.

So ein Großprojekt muss allerdings auch finanziert werden. Bürgermeister Tschida hat die Finanzierungsmöglichkeiten ausgelotet und möchte das neue Zentrum mit einer gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaft umsetzen. „Wir würden etwa 20 bis 25 Jahre Miete zahlen, bis die Errichtungskosten abbezahlt sind und das Gemeindezentrum in unser Eigentum übergeht.“