Vera Wagner: „Fühle mich als Künstlerin frei“

In ihrem Atelier in Halbturn bringt Vera Wagner ihre Ideen auf die Leinwand.

Erstellt am 06. November 2021 | 06:20
Vera Wagner
Vera Maria Wagner lebt seit 2013 mit ihrem Gatten Hubert wieder dauerhaft in Halbturn.
Foto: zVg

Vera Maria Wagner ist freischaffende Künstlerin. In ihrem Atelier in Halbturn lässt sie ihrer grenzenlosen Kreativität freien Lauf. Mit ihren Arbeiten möchte die 64-Jährige „Herz und Sinn positiv berühren und die Betrachter in eine lebensbejahende Stimmung versetzen“. Mit der BVZ sprach die gebürtige Halbturnerin über ihre kreativen Anfänge, inspirierende Erlebnisse und ihre Kunst im Allgemeinen.

BVZ: Wie kamen Sie zur Kunst? Hatten Sie immer schon eine künstlerische Ader?

Vera Maria Wagner:Die künstlerische Begabung wurde mir sozusagen in die Wiege gelegt. Ich erinnere mich, dass wir in der zweiten Klasse Volksschule einen Urwald zeichnen sollten. Die Lehrerin ist mit meiner Zeichnung durch die ganze Schule gelaufen, weil das Ergebnis meiner Arbeit scheinbar für ein Kind meines Alters ungewöhnlich war. Während meiner langjährigen Berufstätigkeit als Rechtsanwaltssekretärin in Wien habe ich relativ wenig kreativ gemacht. Als meine Mutter mit den Jahren immer betreuungsbedürftiger wurde, war die Malerei mein Rückzugsgebiet. Da konnte ich alles um mich herum vergessen. So entstanden mit der Zeit immer mehr Bilder.

BVZ: Wir würden Sie Ihre Kunst beschreiben? Welche Art von Kunst praktizieren Sie?

Vera Maria Wagner: Ich arbeite autodidakt. Ich habe keine Kurse besucht, sondern mich eingehend mit Fachliteratur auseinandergesetzt. Nach dem Motto „learning by doing“ habe ich eigene Techniken entwickelt. Für mich bedeutet Kunst auch Können. Deshalb habe ich immer großen Wert darauf gelegt, das „Handwerk“ zu beherrschen. Ich habe mich durch alle möglichen Bereiche durchgearbeitet - Collagen, Schütttechnik, Mischtechniken, surrealistische Motive, wobei meine Arbeiten nach wie vor eher im gegenständlichen Bereich zu finden sind.

BVZ: Beschreiben Sie bitte den Entstehungsprozess eines Gemäldes. Was inspiriert Sie?

Vera Maria Wagner: Die Inspiration zu meinen Bildern kommt aus den unterschiedlichsten Bereichen. Bei meiner letzten Ausstellung habe ich Eindrücke von unseren Urlaubsreisen nach Indien und Nepal festgehalten. Ich habe unter anderem auch biblische Themen wie die apokalyptischen Reiter oder andere Visionen des Apostels Johannes aus der Offenbarung künstlerisch interpretiert. Mitunter bringe ich auch persönliche Stimmungen mit Farben und Strukturen auf die Leinwand.

BVZ: Was bedeutet es für Sie, sich kreativ auszuleben?

Vera Maria Wagner : Ich fühle mich als Künstlerin frei, mich nicht verbiegen zu müssen, um die Erwartungen anderer zu erfüllen. Ich lasse mich in keine Form pressen. Ich muss mich auf keine Irrwege begeben, um etwas auf den Markt zu bringen, was es noch nicht gibt. Der Sinn meines Lebens besteht nicht darin, berühmt zu werden. Ich freue mich, wenn meine Bilder gefallen und Freude machen.