Weihnachten am Polizeiposten. Von ganz normal bis tragisch: Der Neusiedler Polizeikommandant Hermann Schwarzbauer hat schon 17 Weihnachtsfeste im Dienst verbracht - so auch heuer.

Von Paul Haider. Erstellt am 29. Dezember 2017 (04:44)
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Keine stille Nacht. Aber auch in der Polizeiinspektion kommt ein bisschen Weihnachtsstimmung auf. Hermann Schwarzbauer war am 24. Dezember wieder im Dienst.
BVZ

Was für Außenstehende schwer vorstellbar ist, ist für Hermann Schwarzbauer ganz normal: Im Polizeidienst zu sein, während andere Weihnachten im Kreise ihrer Liebsten feiern.

Zu Karrierebeginn 15 Jahre am Stück

Der Neusiedler Polizeikommandant hat darin schon Routine. Am Anfang seiner Karriere hat er gleich 15 Jahre am Stück zu Weihnachten gearbeitet. Im Gespräch mit der BVZ erzählt er: „Meistens sind es die Ledigen, die keinen Bezug zum Fest haben oder aus der Familie herausgewachsen sind, die gerne zu Weihnachten Dienst machen. Als ich angefangen habe, war ich auch einer von diesen Jungen, die gesagt haben: Ich bin eh schon lange genug unterm Christbaum gestanden.“

Als er später eine Familie gegründet hatte, nahm sich Schwarzbauer zu Weihnachten dann doch frei. Aber heuer steht er bereits zum zweiten Mal wieder am Heiligen Abend im Dienst. „Erstens hat es sich so ergeben und zweitens wollte ich es wiedermal wissen“, schmunzelt der Polizeikommandant.

Hermann Schwarzbauers Familie zeigt Verständnis, nicht zuletzt deshalb, weil er die Bescherung heuer nicht verpassen wird. Sein Dienst am Heiligen Abend endet um 19 Uhr, danach schließt er sich dem familiären Weihnachtsfest an.

Früher gab es mehr Familienstreits

Die Polizeiarbeit am Weihnachtsabend würde sich gar nicht so sehr von jedem anderen x-beliebigen Tag unterscheiden, meint Schwarzbauer. Zu Familienstreitigkeiten werde die Polizei heutzutage sogar weit weniger oft gerufen als in früheren Zeiten: „Das hängt sicher mit der Mobilität zusammen. Wenn die Leute früher zu Weihnachten zusammengekommen sind, waren sie zeitlich länger zusammen. Da hat sich mehr aufgestaut. Heute ist man in einem Zeitplan und besucht in der Weihnachtsnacht vielleicht gleich fünf Verwandtschaften. Dadurch kommen viele Emotionen erst gar nicht hoch.“

Ein tragisches Ereignis bei einem Weihnachtsdienst ist Hermann Schwarzbauer besonders in Erinnerung geblieben: „Ende der 80er Jahre ist eine Tochter am 24. am Nachmittag von einem Besuch heimgefahren. Gar nicht so weit vor ihrem Heimatort hatte sie einen Unfall und war tot. Danach zur Mutter zu gehen und ihr das zu erklären, war ein gravierendes Erlebnis, das man nicht mehr vergisst.“