2.880 Euro-Kaufangebot für Parndorfs „Rotes Haus“. Gemeinde macht dem Bundesheer ein Kaufangebot für das „Rote Haus“: Für 2.880 Euro soll das inoffizielle Wahrzeichen von Parndorf den Besitzer wechseln.

Von Paul Haider. Erstellt am 05. Juni 2019 (04:49)
Kampf gewonnen. Gemeinderat Franz Reinbacher († 2016, rechts im Bild mit Landeskonservator Peter Adam) hatte als Erster für den Erhalt des Hauses gekämpft.
BVZ

Vor vier Jahren stand das „Rote Haus“ vor einer ungewissen Zukunft: Im Herbst 2015 wurde bekannt, dass das Bundesheer eine Übung plant, im Zuge derer das historische Gebäude, das Teil des Truppenübungsplatzes Bruckneudorf ist, zum Einsturz gebracht werden sollte.

Nach Protesten aus der Bevölkerung und Bemühungen des Gemeinderates gibt es jetzt ein Happy End für das „Rote Haus“: Das inoffizielle Wahrzeichen von Parndorf darf stehenbleiben und wird von der Gemeinde zum „Schnäppchenpreis“ von 2.880 Euro gekauft.

Gemeinde will Gebäude als Wahrzeichen erhalten

Im BVZ-Gespräch erklärt Bürgermeister Wolfgang Kovacs (LIPA), wie man auf diese Summe gekommen ist: „Das Verteidigungsministerium hat uns mitgeteilt, dass sie ein offizielles Kaufangebot brauchen. Deshalb hat ein Ziviltechniker ein Schätzgutachten erstellt. Für das 800 Quadratmeter große Grundstück wurde ein Wert von 2.880 Euro festgelegt, während das Gebäude einen Nullwert hat.“

Der Parndorfer Gemeinderat hat in der Sitzung vom 23. Mai beschlossen, dass dem Bund jetzt ein Kaufangebot für das „Rote Haus“ gemacht wird.

„Ich gehe davon aus, dass das Angebot in dieser Form angenommen wird, schließlich ist es eine kleine Fläche und das Gebäude ist nichts wert“, meint der Ortschef. Und was will die Gemeinde in Zukunft mit dem neu erworbenen „Roten Haus“ machen? Pläne für eine Renovierung gibt es laut Bürgermeister Kovacs derzeit nicht.

Man wolle das Gebäude als Wahrzeichen erhalten und in den kommenden Jahren kleinere Instandhaltungsmaßnahmen setzen: „Die Bausubstanz hält sicher noch 100 Jahre. Wir werden schauen, dass kein Wasser eindringt und darauf achten, dass Gefahrenmomente ausscheiden“, erklärt der Bürgermeister und meint abschließend: „Das Rote Haus ist ein Stück unserer Geschichte. Viele verbinden Erinnerungen mit dem Haus als Jugendtreff. Es ist uns wichtig, uns mit unserer Geschichte zu beschäftigen, und da gehört das Haus einfach dazu.“