Weinlese im Bezirk Neusiedl in den Startlöchern. Vorschau: Eine gute Traubenqualität lässt einen guten Weinjahrgang 2019 erwarten.

Von Birgit Böhm-Ritter und Saskia Jahn. Erstellt am 30. August 2019 (05:48)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
440_0008_7672600_nsd35bir_weinlese_3sp.jpg
Immer mehr Winzer setzen bei der Lese auf Erntemaschinen. Die Hauptlese startet im Neusiedler Bezirk in der ersten September-Woche.
BVZ

Der trockene und heiße Sommer hat den Weintrauben nicht geschadet. Im Gegenteil: Es wird ihnen eine gute Qualität zugeschrieben. Kurz vor dem Start der Haupternte geben drei Weinbauern aus der Region einen kleinen Ausblick: Was darf man sich vom Weinjahrgang 2019 erwarten?

„Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad sind für die Ernte ideal“

Hermann Leeb, Winzer in Winden am See, ist von der Qualität der heurigen Traube überzeugt: „Aufgrund der im Frühjahr vorherrschenden Ausgewogenheit von Niederschlag und Wärme hatte unser Hauptkonkurrent, der Mehltau, keine Chance. Die Traubenqualität ist daher sehr gut.“

Der Winzer startet in der ersten Septemberwoche mit der Muskateller-Lese. „Je länger die Trauben am Stock hängen, umso mehr Zucker- und somit auch Alkoholgehalt haben diese. Das möchte man beim Muskateller und auch beim Rosé verhindern. Deswegen werden diese zuerst geerntet. Ziel ist es, den frischen Weincharakter dieser Sorten zu erhalten“, erklärt der Windener.

Spontan und locker, das seien die zwei wichtigsten Charaktereigenschaften, die sich ein Winzer aufgrund der aktuellen klimatischen Herausforderungen aneignen müsse. „Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad sind für die Ernte ideal, da kann auch schon mal ein spontaner Lesetag angesetzt werden. Wenn die Temperaturen über 30 Grad steigen, muss auf die Morgen- oder Abendstunden ausgewichen werden“, so Leeb.

Auch der Winzer Paul Rittsteuer will mit der Lese in der ersten September-Woche beginnen und erst einmal die Sorte Grüner Veltliner ernten. Bis Ende September wird die Lese im Neusiedler Weingut andauern. Erst wenn die Trauben der Sorten Blaufränkisch und Merlot im Keller sind, ist die Ernte abgeschlossen. Die Wetterbedingungen für den Weinbau seien im vergangenen Jahr gut gewesen, blickt Rittsteuer im BVZ-Interview zurück. Folglich ist der junge Winzer mit der Qualität der Weintrauben auch sehr zufrieden: „Die Trauben sind schön ausgereift.“

Voraussetzungen für guten Jahrgang

Eine Prognose über den Weinjahrgang 2019 will Rittsteuer aber noch nicht anstellen: „Den Jahrgang kann man erst beurteilen, wenn sich die Weine wirklich entwickelt haben. Es gab schon Jahrgänge, deren Potenzial sich erst Jahre später gezeigt hat.“

Die Voraussetzungen für einen hochqualitativen Jahrgang liefert das Traubenmaterial heuer aber allemal. Das kann auch Michael Allacher, Bezirksobmann des Weinbauverbandes, bestätigen. Die Qualität der Trauben sei zur vollsten Zufriedenheit. Der Regen am Wochenende habe den Reben gutgetan, nun hoffe er wieder auf sonnige Tage.

Sorgen bereiten dem Golser Winzer allerdings die großen Schwärme der Stare. Je näher sich die Weingärten in Seenähe befinden, desto mehr sind sie bedroht von den Vögeln abgefressen zu werden. Nach Versuchen mit Falken und Drohnen setzt man in Gols wieder auf bewährte Stare-Vertreibungsmethoden. „Jäger und Feldhüter fahren ihre Runden, um die Stare von den Weingärten fernzuhalten“, erklärt Allacher. Bis die Lese abgeschlossen ist, haben diese noch alle Hände voll zu tun. Die Erntemenge werde ohnehin unter der des Vorjahres liegen, umso mehr müssten die Trauben vor den gefräßigen Vögeln geschützt werden, so Allacher.

Bevor die Ernte allerdings richtig losgeht, lädt der Winzer noch in sein kürzlich eröffnetes neues Weingut Vinum Pannonia nach Gols: Der Weinlese-Auftakt wird am 31. August mit frisch zubereiteten regionalen Speisen und Live-Musik gefeiert. Anmeldung unter 0699 107 700 85 oder www.allacher.com.