Neusiedl: Nach der Lese ist vor dem Martiniloben

Markus Königshofer spricht von hoher Weinqualität, geringen Ernteeinbußen und Security-Mitarbeitern vor offenen Kellertüren.

Erstellt am 04. November 2021 | 05:13
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Markus Königshofer, Obmann des Neusiedler Weinbauvereins.
Foto: BVZ

Das hektische Treiben in den städtischen Weingärten ist vorbei, die Lese ist so gut wie abgeschlossen. Weinbauvereinsobmann Markus Königshofer gibt im BVZ-Gespräch einen Einblick in den Jahrgang 2021 und einen Ausblick auf das Martiniloben, das heuer wieder – fast – wie gewohnt in der Stadtgemeinde über die Bühne gehen wird.

Eines vorweg: Die Prognosen der Winzer zum Lesestart im September (die BVZ berichtete) haben sich bewahrheitet. Die Qualität der Trauben wird durchwegs hochgelobt: Ob vom Präsident des burgenländischen Weinbauverbandes Andreas Liegenfeld, vom Obmann der Wein Burgenland Matthias Siess oder von Neusiedls Obmann Markus Königshofer, die Experten sind sich einig.

Letzterer spricht von fruchtbetonten Weinen mit hohen Säurewerten, bedingt durch den regnerischen August. Gepaart mit dem sonnigen Herbst ergibt das eine hohe Trauben-Qualität. „Die schwereren Rotweine werden zwar länger im Holz bleiben müssen, aber bei der Lese mussten wir uns aufgrund des schönen Herbstes nicht stressen lassen.“ Die sonnigen Septembertage sowie die guten, also trockenen, Erntebedingungen kommen letztlich der Weinqualität zu gute.

Apropos Ernte: Gelesen wird in Neusiedls Weingärten mittlerweile großteils mit Erntemaschinen. Königshofer, eigentlich lange ein Verfechter der händischen Lese, hat 2019 selbst komplett auf maschinelle Ernte umgestellt. Gerade im Vorjahr, als ungarische Erntehelfer durch strenge Grenzkontrollen aufgrund der Coronabestimmungen Schwierigkeiten hatten, in den Bezirk zu pendeln, hat sich der Umstieg für ihn und sein Weingut ausgezahlt.

„Ich habe gute Erfahrungen mit der Erntemaschine gemacht. Ein großer Vorteil ist, dass man jederzeit lesen kann. Eben dann, wenn die Verarbeitungstemperatur stimmt. Das kann auch um 2 Uhr in der Früh sein, wenn es noch nicht so heiß ist“, sagt Königshofer und spielt damit auch gleich auf den spürbaren Klimawandel an.

Auch mit der Erntemenge ist man in Neusiedl zufrieden. Insgesamt sei es ein durchschnittliches Jahr, sagt Königshofer. Bei einzelnen Sorten müsse man Mengeneinbußen aufgrund des kalten Monats Mai hinnehmen, etwa beim Chardonnay.

Über die Besonderheiten des Jahrganges 2021 darf man heuer in Neusiedl – nach einer coronabedingten Pause im Vorjahr – auch wieder bei einem traditionellen Martiniloben mit den Winzerinnen und Winzern plaudern. Bevor es am 5. und 6. November in die Keller der zehn teilnehmenden Weingüter geht, ist allerdings eine Registrierung im Rathaus notwendig. Dort werden auch die Eintrittskarten um 40 Euro verkauft, inkludiert ist ein 10-Euro-Warengutschein. „Es gilt in den Weingütern die 3G-Regel und diese wird durch Security-Mitarbeiter streng kontrolliert“, erklärt Königshofer, „um Menschenansammlungen in den Kellern zu vermeiden, wird sich auch mehr in den Höfen abspielen.“