Bei Elisabeth Unger trifft Leidenschaft auf Brot

Elisabeth Unger betreibt seit 18 Jahren in der Pamhagener Straße in Wallern ihre Naturbackstube. Die BVZ durfte ihr beim Backen über die Schulter schauen.

Norbert Aichhorn Erstellt am 02. Februar 2020 | 03:47
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Täglicher Einsatz. Schon von frühester Kindheit an wurde bei Elisabeth Unger die Leidenschaft zum Brotbacken geweckt. Damals sah sie schon frühmorgens ihrer Mutter beim Backen am elterlichen Bauernhof zu.
Foto: Aichhorn

Bei Betreten der geräumigen Backstube duftete es bereits nach frisch aus dem Backofen genommenem Brot. Elisabeth Unger freut sich über den Besuch der BVZ am frühen Morgen. Sie serviert sofort Kaffee und ofenwarmes Roggenbrot.

Geburtstagsgeschenk mit Folgen

„Frühaufstehen ist Grundvoraussetzung für die Arbeit in meiner Naturbackstube“, sagt sie mit einem aufmunternden Lächeln, „Backen ist immer Nachtarbeit.“ Die von Herzen kommende Leidenschaft dazu hat sie von ihrer Mutter, die damals am elterlichen Bauernhof Brot für den Eigenbedarf herstellte. Einmal begeistert davon, begann sie eine Bäcker- und Konditorlehre. „Wegen der drei Kinder, die ich zusammen mit meinem Mann Heinrich habe, habe ich dann nur die Konditorlehre abschließen können“, erklärt sie.

„Im Februar 2002 bekam ich zum Geburtstag einen elektrischen Steinbackofen geschenkt“, erzählte die bald 54-Jährige fröhlich. Die alte Liebe zum Brotbacken erwachte sofort wieder.

Wurden anfangs nur Familienmitglieder und Verwandte mit den Köstlichkeiten versorgt, sprach sich die Qualität der Unger-Brotlaibe bald herum. Ein weiterer Backofen und eine Knetmaschine wurden gekauft. Nach und nach entstand im Laufe von 18 Jahren die Backstube in ihrer heutigen Form. Sie ist mittlerweile bestens in den bereits bestehenden landwirtschaftlichen Betrieb eingegliedert.

Zur Aufrechterhaltung der hohen Qualitätsansprüche werden nur Zutaten aus eigenem Anbau verwendet. Die zwölf Hektar große Landwirtschaft, die ihr Mann Heinrich betreibt, bietet Platz genug, um neben Gemüse auch das Getreide selber anzubauen. Seltene Getreidesorten wie Einkorn, Dinkel, Waldstaudenroggen und Khorsan gedeihen auf den Feldern. Zwei Haflingerpferde sorgen für den notwendigen Dung. Eier liefern die hofeigenen Hühner.

Plötzlich Müller

Für das Getreide ist Heinrich zuständig. Es wird selbst gedroschen, gelagert, und gereinigt. Besonders geschmackvoll werden die Backwaren durch das Vermahlen der Körner in der eigenen Hammermühle. „Ab dann war Heinrich nicht nur Landwirt, sondern auch Müller“, erinnert sich Elisabeth zurück.

Der Familienbetrieb besteht aus „Heini und Lisbeth“, wie sie in Wallern genannt werden, sowie der jüngsten Tochter Susanne. Im August letzten Jahres wurde ein Holzbackofen errichtet. Er ist beidseitig bedienbar. Befüllt wird er in der Backstube, das fertige Brot wird direkt im Verkaufsraum entnommen. Befeuert wird der sechs Tonnen schwere Ofen mit Buchenholzscheitern. „Die Backhitze ist mit dem Elektrobackofen nicht zu vergleichen“, erklärt Heinrich am Backofen stehend, „der Duft des frischen Brotes ist unvergleichlich.“ Die beliebtesten Brotsorten sind das Roggenbrot, das Einkornbrot und das Dinkelbrot. Dementsprechend rege ist auch die Kundenfrequenz.

„Ich gebe auch Brotbackkurse für Interessierte, die ihr Brot zu Hause backen wollen“, erzählt Elisabeth von ihrem weiteren Standbein, „mich freut besonders, dass sich sehr viele Junge dafür interessieren.“

Bei der gelernten Konditorin dürfen natürlich in der Vitrine auch einige selbstgebackene Torten und Kuchen nicht fehlen.

„Aber das Brotbacken wird immer meine größte Leidenschaft bleiben“, sagt Elisabeth zum Abschied und beginnt, den Holzbackofen in der Backstube erneut zu befüllen.