Bezirk Neusiedl: Hauskauf teuer wie noch nie. Im Bezirk Neusiedl am See gab es vom Jänner bis Juni 2020 im Vergleich zum Vorjahr bei den Einfamilienhäusern eine Erhöhung des Verkaufspreises von 18 Prozent.

Von Birgit Böhm-Ritter und Richard Vogler. Erstellt am 13. November 2020 (05:33)
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RE/MAX veröffentlichte vor Kurzem seinen Immobilinepreisspiegel, wobei die Verkäufe von Einfamilienhäusern im ersten Halbjahr 2020 mit den ersten sechs Monaten 2019 verglichen wurden.

Während in den drei südlichen burgenländischen Bezirken die Einfamilienhausverkaufszahlen nach unten gehen und in Oberpullendorf konstant bleiben, gehen sie in den drei nördlichen Bezirken nach oben. Darunter auch Neusiedl am See, wo 56 Häuser verkauft wurden, das ist bisher das zweithöchste Resultat. Im ersten Halbjahr 2020 sind gleich um 43,6 Prozent mehr Häuser verkauft worden als im Vergleichszeitraum 2019.

200.000er Grenze übersprungen

Diese Verkäufe im Neusiedler Bezirk machten insgesamt 12,8 Millionen Euro aus. Bemerkenswert: Erstmals sprang der durchschnittlichen Einfamilienhauspreis in einem burgenländischen Bezirk über die 200.000er-Grenze. Mit 224.606 Euro und einem Plus von 18,1 Prozent ist hier die teuerste Ecke im östlichsten Bundesland. „Vermehrt erkannten heuer Einfamilienhaus-Interessenten aus Wien, aus der Slowakei (vor allem aus Bratislava) und aus Ungarn die attraktive Lage der Gemeinden auf der Ostseite des Neusiedler Sees. Daher sind die Preise im Bezirk Neusiedl stark angestiegen, aber im Vergleich zu anderen ähnlich attraktiven Gegenden noch günstig“, erklärt Roswitha Knebelreiter von RE/MAX P&I in Neusiedl.

„RE/MAX-ImmoSpiegel / IMMOunited GmbH; Foto: fotohunter/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof

Die Landeshauptstadt samt Umgebung und Rust verbücherte 58 Einfamilienhäuser, ein Zuwachs von +3, in Mattersburg wechselten 49 Häuser den Besitzer (+25). Nicht ganz so stürmisch liefen die Verkäufe in den Bezirken Oberwart (55; -1), Güssing (39; -3) und Jennersdorf (20; -3). Oberpullendorf wiederholte das 2019er-Rekordergbnis von 47 Verkäufen.

Gegen Bundestrend: Mehr Hausverkäufe

In und um Eisenstadt blieben die Einfamilienhauspreise gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 unverändert, 190.570 Euro statt 190.609 Euro zuletzt. Im Bezirk Mattersburg verzeichnete man hingegen die größte Preissteigerung im Land: Der durchschnittliche Stückpreis betrug 169.226 Euro, was eine Preissteigerung von 21 Prozent entspricht. Mattersburg erreicht wie zuletzt den dritten Stockerlplatz. Jennersdorf folgt dahinter, aber wegen der statistischen Unsicherheit aufgrund der geringen Menge ohne exakte Wertangabe vor Güssing mit 109.208 Euro (+13,7 %), Oberwart mit 107.795 Euro (+1,7 %) und Oberpullendorf mit 99.502 Euro (-10,0 %).

Im ersten Halbjahr des Vorjahres brach der burgenländische Einfamilienhausmarkt gegenüber 2018 um -110 Einheiten ein und Tirol überholte das Burgenland. Heuer konnte dem RE/MAX-ImmoSpiegel zufolge das östlichste Bundesland entgegen dem Bundestrend einen Zuwachs einfahren, mit 38 Stück sogar den höchsten von allen Bundesländern. Endresultat: 324 Einheiten (+13,3 %) und wieder Rang fünf.

Auch der Verkaufserlös ging wieder nach oben: 52 Millionen Euro sind um elf Millionen Euro mehr als vor einem Jahr und nach 2018 der zweithöchste bisher erreichte Wert.

Häuser im Burgenland am günstigsten

Den Preisrückgang von 3,8 Prozent aus 2019 gegenüber dem ersten Halbjahr 2018 hat das Burgenland heuer mehr als wettgemacht: 13,5 Prozent im ersten Halbjahr 2020 ist die höchste Steigerungsrate unter den Bundesländern außerhalb von Wien. Nichtsdestotrotz kosten Einfamilienhäuser im Burgenland wie schon 2017 und 2015 nur 56 Prozent des Bundesdurchschnitts. Nur einmal, 2018, war diese Quote bei 58 Prozent, sonst immer darunter.