Neusiedl/See: Waldorfschule bereit für Neubauprojekt. Die Pläne für ein Schulgebäude – angelehnt an einen Bienenstock – sind fertig. Nun wartet man auf die Umwidmung.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 12. Februar 2021 (03:44)
Waldorf Pannonia. Noch werden 50 Schulkinder der 1. bis 8. Schulstufe der Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht im Containerhaus unterrichtet. Ein Neubau soll in unmittelbarer Nachbarschaft entstehen.
Böhm-Ritter

Seit die Waldorfschule Pannonia 2016 von Pamhagen nach Neusiedl am See übersiedelte, wird in einer „Übergangslösung“ unterrichtet. Wenn es nach dem Betreiberverein Waldorf Pannonia geht, soll die Container-Schule in den Oberen Wiesen 11 bald der Vergangenheit angehören und einem „festen“ Schulgebäude weichen.

Die lange Grundstückssuche für das Projekt ist mittlerweile zu Ende. Nur wenige Meter vom derzeitigen Standort zwischen Grillplatz und Bauhof soll ein neues Gebäude errichtet werden. Mit dem Grundstückseigentümer, der Urbarialgemeinde, habe man sich bereits geeinigt, erzählt Werner Michlits im Interview mit der BVZ. Der Standort sei ideal, weil er von beiden Bahnhöfen gut erreichbar sei. Der Pamhagener Landwirt und Winzer ist Mitbegründer des Betreibervereines Waldorf Pannonia. Er weiß, wie wichtig der Neubau für den Fortbestand der Schule ist, denn momentan fehlt der Waldorfschule in Neusiedl der Platz für eine Oberstufe. Unterrichtet werden 50 Kinder der 1. bis 8. Schulstufe, darüber hinaus ist noch eine Kindergartengruppe im Haus untergebracht.

Ein Konzept für eine Oberstufe hat der Verein bereits ausgearbeitet. Sie soll in einem dualen Ausbildungssystem geführt werden, und zwar im Rahmen einer fünfjährigen landwirtschaftlichen Fachschule, die mit einer Studienberechtigungsprüfung abschließt. „Das wird aber erst möglich, wenn wir ein neues Schulgebäude haben. Die Pläne dafür sind bereits fertig. Wir könnten sofort mit den Bauarbeiten starten“, erklärt Michlits. Noch muss der Verein auf die Umsetzung allerdings warten. Denn das Umwidmungsverfahren für das Grundstück ist noch im Laufen. Der Flächenwidmungsplan liegt im Amt der Burgenländischen Landesregierung zur Prüfung auf.

Das Schulgebäude wird sich jedenfalls von den anderen Bildungseinrichtungen der Stadt unterscheiden. „Das Gebäude soll wie ein Bienenstock aufgebaut werden, die Klassen sind in Wabenform geplant“, berichtet Michlits begeistert von der geplanten Architektur. Auch die Finanzierung über einen Vermögenspool ist unkonventionell. In einem Vermögenspool fließen die Beiträge von Menschen zusammen, die ein sozial sinnvolles Wirtschaftsprojekt unterstützen und möglich machen wollen (siehe Infobox).

Die Corona-Pandemie schwebt allerdings wie ein Damoklesschwert über dem Projekt und zieht es in die Länge. Auch in der Schule selbst ist man gefordert. Schulische Betreuung wurde auch im Lockdown nach den gesetzlichen Vorgaben angeboten. „Die Kinder wollen gerne in die Schule gehen“, weiß Michlits. Das sei auch ein Markenzeichen der Waldorfpädagogik. Der Lernwille der Kinder bleibe ungebrochen. „Die Waldorfschule ist eine Willensschule“, so Michlits.