Infeld: 20 Jahre Kunst im Jagdhaus. Das „Infeld Haus der Kultur“ in Halbturn gilt als hochkarätige Kulturinstitution in der Region. Zdenka Infeld führt die Leidenschaft ihres Mannes weiter.

Von Norbert Aichhorn. Erstellt am 15. März 2020 (05:18)
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Zdenka Infeld. Eine starke Persönlichkeit an der Spitze des Unternehmens.
Aichhorn

Seit zwei Jahrzehnten wird in Halbturn hochkarätige Kunst aus der Sammlung Infeld gezeigt. Das „Infeld Haus der Kultur“ feiert heuer bereits seinen 20. Geburtstag, dabei entstand diese Institution ungeplant, wie Zdenka Infeld im BVZ-Gespräch erzählt: „Es war ein glücklicher Zufall, dass mein Mann Peter das ehemalige Jagdhaus des Schlosses Halbturn erwerben konnte und nach einer Renovierung von Grund auf als Haus der Kultur im Jahr 2000 eröffnen konnte.“

Der Kunstliebhaber aus Wien hat bereits in der Mitte der 1960er Jahre gemeinsam mit seiner Mutter Margaretha Infeld begonnen, Kunstwerke zu sammeln. Heute umfasst die Sammlung mehrere Tausend Arbeiten, die ab 1995 in die „Peter Infeld Privatstiftung“ eingebracht wurden. Nach dem plötzlichen Ableben Infelds im April 2009 hat seine Gattin Zdenka Infeld nicht nur die Geschäftsführung der Thomastik-Infeld GmbH übernommen (siehe Infobox), sondern setzte auch die Sammlertätigkeit fort.

Leidenschaft für Musik und Kunst

„Für meinen Mann war es immer von entscheidender Bedeutung, das Unternehmen der Familientradition entsprechend zu leiten und seine Leidenschaft für Musik und Kunst nach außen zu tragen“, erklärt Infeld, „seine Mutter Margaretha hat ihn dabei nachhaltig geprägt.“

Die Sammlung umfasst mittlerweile mehr als 14.000 Werke. Sie ist eine der bedeutendsten privaten Kunstsammlungen Österreichs. Eingelagert sind die Werke in einem Kunstdepot in Wien, wenn nicht Teile davon gerade in Halbturn oder in der im Jahr 2000 im idyllischen Ort Dobrinj auf der kroatischen Insel Krk eröffneten Galerie gezeigt werden. An beiden Standorten fanden in den vergangenen 20 Jahren mehr als 120 Ausstellungen und Konzerte statt.

Mit Leihgaben von Kunstwerken ist die Sammlung Infeld regelmäßig in großen österreichischen Museen wie der Albertina oder in internationalen Museen wie der Fondation Louis Vuitton in Paris präsent.

Jede Vernissage wird von einem Konzert begleitet. Kleine Ensembles präsentieren Musik aus verschiedenen Stilrichtungen wie Klassik, Jazz oder Rock.

Kunst auf dem Land präsentiert

Als Schwerpunkte der Sammlung gelten die Wiener Schule des Phantastischen Realismus, naive Kunst aus Kroatien, Pop Art, buddhistische Meditationsbilder aus Tibet sowie psychopathologische Kunst aus Gugging. Zur Sammlung Infeld gehören Werke von so bedeutenden Künstlern wie Egon Schiele, Gustav Klimt, Oskar Kokoschka, Pablo Picasso, Andy Warhol und Friedensreich Hundertwasser.

Das Haus der Kultur im Bezirk Neusiedl am See ist laut Zdenka Infeld ein idealer Standort, um Kunst auch am Land zu positionieren und so einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Daher werden auch im Burgenland wirkende Künstler regelmäßig zu Ausstellungen eingeladen.

Etwa der in Neumarkt an der Raab lebende Maler Walter Schmögner oder etwa der am Kleylehof bei Nickelsdorf arbeitende Bildhauer und Maler Franz Gyolcs aus Andau im Seewinkel. Seine Werke werden anlässlich seines 60. Geburtstages im Sommer im Haus der Kultur ausgestellt.

Ausstellung von Kurt Kramer

Zuvor werden 75 Werke auf Papier und Leinwand des Wiener Malers Kurt Kramer präsentiert. „Wir freuen uns auf kunstinteressierte Besucher“, sagt Zdenka Infeld, „und da Kunst demokratisch für alle zugänglich sein soll, ist der Eintritt frei.“

Die Ausstellung ist seit 7. März bis zum 24. Mai von Donnerstag bis Sonntag von 13 bis 18 Uhr geöffnet.