„Landpaket“ der Post auch in Neudorf?. Ein Projekt aus 17 Kooperationspartner, das die Post koordiniert, soll der ländlichen Ausdünnung entgegenwirken.

Von Birgit Böhm-Ritter und Paul Haider. Erstellt am 08. August 2020 (05:33)
 
APA (Archiv)

Die Post nennt auf Anfrage der BVZ neben elf anderen burgenländischen Gemeinden Neudorf als potenziellen Standort für das neue „Landpaket“. Diese Initiative soll den ländlichen Raum stärken. Angesprochen sind vor allem Gemeinden, die aktuell über keinen Nahversorger und keinen Post Partner verfügen.

Die Post koordiniert mit dem „Landpaket“ eine neue Partnerschaft, durch die eine Belebung des ländlichen Raumes stattfinden soll. Die beiden „Grundsäulen“ Lebensmittelhandel und Post Partnerschaft mitsamt Finanzdienstleistungen der bank99 werden idealerweise um weitere Partner ergänzt. Aus Sicht der Österreichischen Post gibt es aktuell rund 100 Gemeinden in Österreich, in denen die Initiative umgesetzt werden kann. Mit dem „Landpaket“ soll möglichen Betreibern, wie zum Beispiel selbstständigen Kaufleuten, ein neues Geschäftsmodell angeboten werden. Dabei sollen Menschen mit Beeinträchtigung bei der Personalauswahl besonders berücksichtigt werden.

Die Ausdünnung von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Infrastruktureinrichtungen im ländlichen Raum hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen und stellt Gemeinden vor immer größere Herausforderungen. Mit der Initiative „Landpaket“ möchten die beteiligten Stakeholder – 17 Einrichtungen und Lebensmittelhändler – dieser Ausdünnung entgegenwirken.

Seit vier Jahren kein Nahversorger

Neudorfs Ortschef Karel Lentsch (SPÖ) ist auf Nachfrage der BVZ überrascht, dass sein Dorf als potenzieller Standort für das Landpaket der Post ins Gespräch gebracht wurde. Erfahren habe er von dieser Initiative erst durch einen Zeitungsartikel.

„Es hat noch keinen Kontakt gegeben. Interesse besteht aber natürlich vonseiten der Gemeinde. Ich würde das unterstützen“, zeigt sich Lentsch offen für Gespräche.

Noch wichtiger als eine Postfiliale sei ihm aber ein Nahversorger, oder auch nur ein „Notversorger“ für Neudorf, wie er sagt. Das letzte und einzige Kaufhaus im Ort hat vor mittlerweile fast vier Jahren den Betrieb eingestellt.

Seither wird versucht, mit fahrenden Verkäufern, Lebensmittel-Lieferanten und einem Selbstbedienungsstand, Engpässe zu überbrücken.

Derzeit gebe es aber wieder zwei Interessenten, die sich vorstellen könnten, ein Geschäft in Neudorf zu eröffnen, stellt Lentsch hoffnungsvoll in Aussicht.