Susanne Riepl: Gekrönte Frauenpower aus Gols

Susanne Riepl, Jungwinzerin und Weinkönigin aus Gols, im Porträt.

Erstellt am 07. März 2021 | 04:44
Susanne I
Im Juli des Vorjahres wurde Susanne I. zur Weinkönigin gekrönt und trat damit in die Fußstapfen ihrer Mutter. Ihre repräsentativen Aufgaben kann sie momentan aufgrund der Corona-Krise aber kaum ausüben.
Foto: Wagentristl

Im Burgenland werden rund 40 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe von Frauen geführt. Frauenpower in der Landwirtschaft spielt damit hierzulande eine überdurchschnittlich große Rolle. Österreichweit sind es 33 Prozent der Bauernhöfe, die unter der Führung von Frauen geleitet werden. Das sind 28.000 Betriebe.

„Sie sind Multitalente, die Familie, Betrieb und gesellschaftliche Herausforderungen unter einen Hut bringen. Dieser Einsatz verdient es, vor den Vorhang geholt zu werden“, betont Nikolaus Berlakovich, Präsident der Burgenländischen Landwirtschaftskammer, im Vorfeld des Internationalen Frauentages, der am 8. März begangen wird.

Eines dieser Multitalente ist Susanne Riepl. Die Golserin ist nicht nur im elterlichen Weingut aktiv, sie ist auch die amtierende burgenländische Weinkönigin.

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Von Kindesbeinen an ist Susanne Riepl mit der Arbeit im Weingarten vertraut. Dabei schätzt sie vor allem das Werken in der Natur.
zVg

Als junger Mensch ist es oft nicht leicht, seinen Platz in der Gesellschaft zu finden oder einen Beruf zu wählen, der einen Spaß macht. Das ist ganz anders bei der 20-jährigen Susanne. Ihre Begeisterung für Wein wurde ihr in die Kinderwiege gelegt. Als Winzertochter großgeworden darf sie auf eine jahrzehntelange Winzerfamiliengeschichte zurückblicken. Bereits ihre Großeltern haben einen Weinbaubetrieb geführt. „Seit ich laufen konnte, haben mich meine Eltern immer auf ihre Weinveranstaltungen, in die Weingärten oder in den Weinkeller mitgenommen. Für mich war immer schon klar, dass ich was mit Weinbau machen wollte“, so Susanne Riepl.

Das Schönste an ihrer Arbeit ist für sie, in der Natur zu sein und viele neue Leute kennenzulernen. „Mit Mama und Oma ist es immer lustig draußen im Weingarten. Wir lachen viel. Auch die Weinveranstaltungen und -präsentationen mit meinem Papa, wir sind ein richtiges Dream-Team, finde ich großartig. Hier lerne ich immer neue Leute und Gegenden kennen“, so Riepl.

Derzeit studiert die junge Winzerin an der BOKU in Wien Agrarwissenschaften und hilft so oft es geht im elterlichen Betrieb mit. „Mama und Papa sind noch jung und wollen mir die Möglichkeit geben, vieles noch zu lernen und mir Neues anzusehen, dafür bin ich ihnen sehr dankbar.“

Und wie sieht sie die Frauenrolle in der Landwirtschaft? „Im Studium habe ich gehört, dass ein bedeutender Teil der Betriebe von Frauen geführt wird. Wenn ich an unsere Familiengeschichte zurückdenke – meine Oma und mein Opa haben einen eigenen Betrieb geführt. Meine Uroma hat sogar nach dem Zweiten Weltkrieg einen Betrieb allein mit Kind geführt. Frauen in der Landwirtschaft müssen viel leisten und sind unheimlich stark. Es ist bemerkenswert, wie Uroma das geschafft hat. Sie war auch noch mit 80 Jahren gerne im Weingarten.“

Ihr Wissen rund um den Weinbau hat Susanne Riepl im Vorjahr die Krone der Weinkönigin eingebracht. Ausüben konnte Riepl ihr repräsentatives Amt aber noch kaum. Die traditionellen Weinveranstaltungen, bei denen die Weinkönigin normalerweise ihre Auftritte hat, fielen wie so vieles der Corona-Pandemie zum Opfer.

Frauen in der Landwirtschaft assoziiert die junge Golser Winzerin aber ohnehin nicht mit königlichen Aufgaben, sondern mit folgenden Eigenschaften, die sie wohl auch an ihre Altvorderen erinnern lassen: „Stark, innovativ, es besteht eine mütterliche Liebe zum Betrieb, der Betrieb ist wie ein Kind.“