Stimmungsbild bei FPÖ-Charity-Event in Neusiedl am See. Die FPÖ lud am Samstagnachmittag zu einer Benefizveranstaltung nach Neusiedl am See in das „Schluck Auf“, wo für den Sozialverein „Burgenländer in Not“ Spenden gesammelt wurde. Thema Nummer 1 bei den zahlreich erschienenen Gästen aus dem Burgenland, aber auch darüber hinaus, war der Rücktritt von Vizekanzler Heinz Christian Strache (FPÖ).

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 18. Mai 2019 (20:07)
Birgit Böhm-Ritter
Die FP-Landesobmänner aus Burgenland, Johann Tschürtz (Mitte), und NÖ, Walter Rosenkranz (2.v.l.), nahmen in Neusiedl erstmals Stellung zum Rücktritt von Ex-Vizekanzler und FP-Chef Heinz Christian Strache.

„Jetzt erst recht“-Mentalität

Strache selbst hatte seinen Besuch für diese Veranstaltung angesagt, bevor sich die innenpolitischen Ereignisse am Freitagabend überschlugen. Dazu nahmen Landeshauptmann-Stellvertreter Hans Tschürtz und der FPÖ-Klubobmann Walter Rosenkranz im Rahmen der Benefizveranstaltung nun Stellung.

Unter den Besuchern der Veranstaltung war trotz Straches Rücktritt nur wenig Trauerstimmung zu spüren. Stattdessen zeigte sich eine in der FPÖ bereits bekannte „Jetzt erst recht“-Mentalität unter den Gästen. „Wir lassen uns nicht entmutigen“, so der Tenor in der FPÖ-Basis. Eine Besucherin erklärte im BVZ-Gespräch, Strache habe einen eklatanten Fehler gemacht und die Konsequenzen gezogen und das sei gut so. Mit dieser Einschätzung vertrat sie an diesem Nachmittag allerdings eine Minderheitenmeinung. In der Runde an ihrem Tisch diskutierte man über die Korruption, die in allen österreichischen Parteien Gang und Gäbe sei: „Das ist doch normal im politischen Alltag“, hieß es. Ein anderer Besucher zog die Echtheit des Videos in Zweifel. Ein Wiener, der extra zum Spanferkel essen nach Neusiedl gekommen ist, zeigte sich entrüstet über „die Bärenfalle“, die Strache gestellt worden sei. Dieses Thema dominierte eindeutig die Gesprächsrunden im Schanigarten.  

Birgit Böhm-Ritter

Sogar internationales Medieninteresse an Neusiedl-Event

Das mediale Interesse an der FPÖ-Veranstaltung in Neusiedl am See war groß. Nicht nur bei burgenländischen Medien. Selbst der Bayerische Rundfunk ließ es sich nicht nehmen, hier ein Stimmungsbild einzuholen. Aus den bis Freitag noch geplanten Interview mit Heinz Christian Strache wurde freilich nichts für den deutschen Fernsehsender. Der Neusiedler FPÖ Gemeinderat Herbert Denk berichtete der BVZ von Anrufen der Süddeutschen Zeitung und einer französischen Zeitung: „Alle wollten wissen, ob die Veranstaltung in Neusiedl stattfindet.“