Winzer-Nachwuchs: Newcomer mit Hang zum Risiko

Michael Kiss aus Jois heimste mit seinem „Blaufränkisch by Michael“ den ersten Award ein.

Erstellt am 26. September 2021 | 06:45
Michael Kiss
Michael Kiss ist mittlerweile unverzichtbarer Mitarbeiter im Joiser Familienbetrieb Winzerhof Kiss. Inzwischen vinifiziert er seine eigenen Weine.
Foto: zVg

Der Joiser Michael Kiss wurde jüngst zum Jungwinzer des Jahres gewählt. Für seine Eigenkreation „Blaufränkisch by Michael“ erhielt der 21-Jährige den „Newcomer Award 2021“.

„Grundsätzlich machen mein Vater und ich unsere Weine gemeinsam, doch an meiner eigenen Weinlinie arbeite ich allein. Meine Produkte fertige ich nach meinen Vorstellungen, wie ich sie haben möchte“, erklärt der Sohn des Joiser Winzers Ronald Kiss. Sohnemann Michaels Siegerwein ist allerdings nur eine von mittlerweile drei Kreationen der eigenen Linie.

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„Ich wollte nicht dasselbe wie mein Vater machen, denn da wüsste ich, dass es garantiert klappt und das wird auf Dauer ‚fad‘.“ Michael Kiss

Seinen preisgekrönten „Blaufränkisch by Michael“ beschreibt der aufstrebende Jungwinzer als fruchtig, aber dennoch kräftig. „Da ich gebrauchte Barriquefässer verwendet habe, verfügt der Wein sogar über eine dezente Holznote“, so Kiss.

Joiser Familienbetrieb statt Neuseeland

Bei der Herstellung seiner Weine ist Michael Kiss offen für Neues und geht dabei auch gerne Risiken ein: „Bei meinem ersten Wein wollte ich die Ganztraubenpressung ausprobieren, von der wir in unserem Familienbetrieb bisher noch nie Gebrauch gemacht haben. Diese hat aber tatsächlich super funktioniert und das Ergebnis war ein runder, eleganter Wein“, meint der 21-jährige Joiser. „Ich wollte nicht dasselbe wie mein Vater machen, denn da wüsste ich, dass es garantiert klappt und das wird auf Dauer ‚fad‘.“

Das Handwerk lernte Michael Kiss an der Höheren Bundeslehranstalt für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg. Dies qualifizierte ihn schlussendlich auch für den „Newcomer Award 2021“. „An dem Wettbewerb durften alle Absolventen der letzten fünf Jahrgänge teilnehmen. Die Weine werden eingesendet und schließlich blind verkostet“, erläutert der junge Winzer. Seine Einsendung erreichte schlussendlich den ersten Platz in der Kategorie „Rotwein“.

Im Familienbetrieb seiner Eltern ist Michael Kiss seit seiner Matura im Jahr 2019 tätig. Eine Reise nach Neuseeland wäre der nächste Schritt gewesen, das Coronavirus machte den Plan allerdings zunichte. „Neuseeland wäre auch weiterhin in Aussicht, allerdings hat sich die Lage kaum verbessert. Außerdem bin ich jetzt schon sehr lange zuhause im Einsatz und meine Rolle ist mittlerweile dementsprechend groß, was eine längere Periode im Ausland weiter erschwert“, bedauert Kiss.

In Zukunft soll der „Newcomer“ den Winzerhof seiner Eltern übernehmen. Hierfür setzt er sich bereits genaue Ziele: „Ich möchte nicht zwingend größer werden, sondern die Qualität meiner Weine steigern.“ Weitere Neukreationen sind bereits in Planung und auch die diesjährige Weinlese verspricht aufgrund der idealen Wetterlage hochqualitative Resultate.

Der Newcomer Award wurde zum neunten Mal vom Verband der Klosterneuburger Önologen und Pomologen und dem Sankt Urbanus Weinritter Ordenskollegium vergeben.

Teilnahmeberechtigt sind die Absolventinnen und Absolventen der Höhere Bundeslehranstalt und Bundesamt für Wein- und Obstbau Klosterneuburg der letzten fünf Jahrgänge.

Heuer wurden 145 Weine von 49 Absolventen und Absolventinnen eingereicht.

JOIS Der Joiser Michael Kiss wurde jüngst zum Jungwinzer des Jahres gewählt. Für seine Eigenkreation „Blaufränkisch by Michael“ erhielt der 21-Jährige den „Newcomer Award 2021“.

„Grundsätzlich machen mein Vater und ich unsere Weine gemeinsam, doch an meiner eigenen Weinlinie arbeite ich allein. Meine Produkte fertige ich nach meinen Vorstellungen, wie ich sie haben möchte“, erklärt der Sohn des Joiser Winzers Ronald Kiss. Sohnemann Michaels Siegerwein ist allerdings nur eine von mittlerweile drei Kreationen der eigenen Linie.

Seinen preisgekrönten „Blaufränkisch by Michael“ beschreibt der aufstrebende Jungwinzer als fruchtig, aber dennoch kräftig. „Da ich gebrauchte Barriquefässer verwendet habe, verfügt der Wein sogar über eine dezente Holznote“, so Kiss.

Joiser Familienbetrieb statt Neuseeland

Bei der Herstellung seiner Weine ist Michael Kiss offen für Neues und geht dabei auch gerne Risiken ein: „Bei meinem ersten Wein wollte ich die Ganztraubenpressung ausprobieren, von der wir in unserem Familienbetrieb bisher noch nie Gebrauch gemacht haben. Diese hat aber tatsächlich super funktioniert und das Ergebnis war ein runder, eleganter Wein“, meint der 21-jährige Joiser. „Ich wollte nicht dasselbe wie mein Vater machen, denn da wüsste ich, dass es garantiert klappt und das wird auf Dauer ‚fad‘.“

Das Handwerk lernte Michael Kiss an der Höheren Bundeslehranstalt für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg. Dies qualifizierte ihn schlussendlich auch für den „Newcomer Award 2021“. „An dem Wettbewerb durften alle Absolventen der letzten fünf Jahrgänge teilnehmen. Die Weine werden eingesendet und schließlich blind verkostet“, erläutert der junge Winzer. Seine Einsendung erreichte schlussendlich den ersten Platz in der Kategorie „Rotwein“.

Im Familienbetrieb seiner Eltern ist Michael Kiss seit seiner Matura im Jahr 2019 tätig. Eine Reise nach Neuseeland wäre der nächste Schritt gewesen, das Coronavirus machte den Plan allerdings zunichte. „Neuseeland wäre auch weiterhin in Aussicht, allerdings hat sich die Lage kaum verbessert. Außerdem bin ich jetzt schon sehr lange zuhause im Einsatz und meine Rolle ist mittlerweile dementsprechend groß, was eine längere Periode im Ausland weiter erschwert“, bedauert Kiss.

In Zukunft soll der „Newcomer“ den Winzerhof seiner Eltern übernehmen. Hierfür setzt er sich bereits genaue Ziele: „Ich möchte nicht zwingend größer werden, sondern die Qualität meiner Weine steigern.“ Weitere Neukreationen sind bereits in Planung und auch die diesjährige Weinlese verspricht aufgrund der idealen Wetterlage hochqualitative Resultate.