100 Jahre Gasthaus Edelhof

Wie auch unser Burgenland begeht das Gasthaus „Zum Edelhof“ am Kittseer Hauptplatz heuer sein 100. Jubiläum. Am Sonntag wird dies gebührend gefeiert.

Erstellt am 02. Oktober 2021 | 04:38

Am kommenden Sonntag feiert das Gasthaus „Zum Edelhof“ der Familie Skerlan in Kittsee ein ganz besonderes Jubiläum: Seit bereits 100 Jahren stehen die Türen des Gasthofes am Hauptplatz für seine Gäste offen. Johannes Skerlan betreibt den Familienbetrieb nun in vierter Generation: „Ich habe den Betrieb am 1. April 1994 übernommen. Mein Vater hat schon früh mein Interesse erkannt. Es macht mir einfach Spaß, unter Menschen zu sein. Auch wenn wir oft nur Durchreisende haben, ist es mir wichtig, das sie sich bei uns wohlfühlen und den Betrieb in guter Erinnerung behalten. Es ist schon irgendwie mein Hobby“, schmunzelt der 48-Jährige.

Der große Jubiläums-Frühschoppen am Sonntag liege vor allem und besonders seiner Mutter Katharina Skerlan am Herzen. „Meiner Mutter, bald 83, ist dieses Fest ein sehr großes Anliegen. Geplant wäre es ja schon im Mai gewesen. Aufgrund von Corona holen wir es jetzt im Oktober nach“, betont Johannes Skerlan.

Das Haus wurde am 8. April 1921 von den Urgroßeltern väterlicherseits, Michael und Maria Frey, erworben. „Mein Urgroßvater ist leider schon 1925 mit 42 Jahren verstorben. Übernommen wurde der kleine Betrieb daher von seinem Sohn Michael. Mein Großvater musste in den Krieg ziehen und wurde im Oktober 1944 als vermisst gemeldet. Somit war meine Großmutter mit ihren beiden Töchtern auf sich allein gestellt“, erzählt Skerlan.

„Im Rosswagen zur Kommandantur“

Nun begann für seine Familie die schwerste Zeit: Denn ab 1945 besetzten die russischen Besatzungssoldaten das gesamte Haus. Seine Großmutter samt Kindern, Verwandtschaft und Nachbarn (insgesamt 12 Personen) mussten die erste Zeit im Keller verbringen, danach in der Waschküche. Schließlich wollte man die gesamte Familie aus dem Haus vertreiben. „Nur durch das couragierte Auftreten meiner Großmutter wurde dies verhindert. Im Rosswagen fuhr sie nach Neusiedl zur russischen Kommandantur, um Einspruch zu erheben“, berichtet er sichtlich stolz.

1960 heiratete Johannes Mutter Mathias Skerlan, von Beruf Zimmermann. Dieser war es auch, welcher das Haus Stück für Stück erneuerte und den großen Umbau 1994 plante.