Drogen-Prozess: Cannabis in Matratzen versteckt

Erstellt am 28. Januar 2022 | 04:00
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8274609_nsd04kla_gras_c_openrangestock.jpg
Drogen im Millionenwert in Möbeltransporter versteckt. Prozess wurde vertagt.
Foto: Shutterstock.com
Kriminelle Organisation schmuggelte mehr als 200 Kilo Cannabis über den Grenzübergang Kittsee ins Land.
Werbung

Bei einer Schwerpunktkontrolle auf der Autobahn A6 bei Kittsee ging der Polizei Anfang Dezember 2020 ein großer Fisch ins Netz: In einem Kastenwagen fand man 113 Pakete Cannabis, die in Möbelstücken versteckt waren. Wert der Cannabislieferung: 1,3 Millionen Euro. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei ergaben, dass auch zuvor bereits Drogen auf ähnliche Weise ins Land geschmuggelt worden waren.

Einer der Fahrer wurde im Vorjahr am Landesgericht Eisenstadt rechtskräftig zu 4,5 Jahren Haft verurteilt. Vorige Woche saß er wegen weiterer Fakten aus diesem Kriminalfall gemeinsam mit drei Komplizen und einer Mittäterin vor einem Schöffensenat.

Groß ausgepackt hatte zuvor bei einem Parallelprozess einer der Mittäter, ein Serbe, dessen Haus in Serbien als Umschlagplatz für die Drogen gedient haben soll. Das Cannabis wurde dort abgepackt und in den Polsterteilen von Möbelstücken versteckt. Hunderte Kilo Drogen sollen auf diese Weise nach Österreich gebracht worden sein. Die Abnehmer sind albanischer Herkunft.

Einer der Drogenschmuggler, ein 38-jähriger Mann aus dem Kosovo, der bis zu seiner Verhaftung in Wien lebte, gab zu, für die Einfuhr von 112 Kilogramm Cannabis mitverantwortlich zu sein.

Er habe „Schulden bei Geldverleihern gehabt“, wie sein Anwalt mitteilte. Diese hätten „kein Erbarmen“ gehabt. So sei der 38-Jährige in die Sache hineingeschlittert. Ein 40-jähriger Kaffeehausbesitzer aus Wien, ebenfalls aus dem Kosovo, stieß dazu, als ihn sein 38-jähriger Landsmann um Hilfe bat. Ein Drogentransport war nämlich mit Keilriemenriss in Ungarn steckengeblieben. Und deshalb habe der 38-Jährige Ärger mit den Abnehmern der Drogenlieferung gehabt, nämlich mit jenen Albanern, die bereits eine Anzahlung geleistet hatten.

„Wollten Sie, dass die Ware zu den richtigen Kunden kommt?“, fragte Anwalt Rudolf Mayer seinen Mandanten.

„Ja, habe ich“, antwortete der 40-jährige Kaffeehausbesitzer. „Mein Fehler. Aber von der Organisation hatte ich keine Ahnung.“

Einen Kilo Cannabis hätte er für seine Hilfsdienste bekommen sollen. Der dritte Angeklagte, jener 32-jährige Mann, der in Eisenstadt für einen Teil der Schmuggelfahrten bereits zu 4,5 Jahren Haft verurteilt worden war, bekannte sich nicht schuldig. Er habe für den Serben Möbel transportiert und nicht gewusst, „was drinnen war“. Das habe er erst bei seiner Verhaftung erfahren. Für drei Fahrten habe er rund 1.300 Euro erhalten.

Fahrer: „Wussten nichts von Drogen in Möbeln“

Ähnlich verantwortete sich der 52-jährige Angeklagte, ein gebürtiger Serbe. Auch er habe nicht gewusst, dass in den von ihm transportierten Möbeln Drogenpakete steckten.

Die 34-jährige angeklagte Slowakin war aus Liebe zu einem weiteren Mittäter in die Organisation hineingerutscht. Für ihre Hilfsdienste habe sie nie eine Entschädigung bekommen.

„Sie war blauäugig unterwegs und ist jetzt wieder als 24-Stunden-Pflegerin tätig“, sagte der Verteidiger über seine Mandantin. Urteile gab es in der Vorwoche nicht, der Prozess wurde vertagt.

Werbung