FPÖ fordert mautfreien Abschnitt auf A6. FPÖ fordert Mautbefreiung auf A6-Abschnitt. Ziel ist es, die Gemeinden verkehrstechnisch zu entlasten.

Von Saskia Jahn. Erstellt am 18. Januar 2020 (06:15)
Entlastung für die Bevölkerung. Landesrat Alexander Petschnig sowie die beiden Landtagsabgeordneten Karin Stampfel und Manfred Haidinger fordern eine Mautbefreiung für die Teilstrecke Grenze-Kittsee.   Foto: Jahn
Saskia Jahn

Vor allem die Grenzgemeinde Kittsee sei von den sogenannten „Mautflüchtlingen“ betroffen.

„Schon seit Längerem trudeln bei uns Beschwerden von Kittseer Gemeindebürgern über die Verkehrssituation vor Ort ein. Die beiden Fachmarktzentren K1 und K2 in Kittsee sowie das Outlet Center Parndorf sind beliebte Shoppingziele. Stichwort Late Night Shopping. An diesen Tagen ist die Verkehrsbelastung in den Gemeinden enorm“, erklärt Landtagsabgeordneter Manfred Haidinger.

„Der Großteil der Kittseer steht ganz eindeutig hinter dieser Forderung“

Die Einkaufsmöglichkeiten werden immer weiter ausgebaut und vergrößert. Die logische Schlussfolgerung sei, dass auch das Verkehrsaufkommen stetig zunehme. Um der Vignettenpflicht auszuweichen, fahren die vielen Besucher aus der Slowakei quer durch Kittsee.

„Um die vom Ausweich- beziehungsweise Vignettenfluchtverkehr betroffene Region zu entlasten, fordern wir nun eine Mautbefreiung auf dem A6-Abschnitt zwischen Grenze und Kittsee“, erläutert Haidinger bei der Pressekonferenz.

Es handle sich dabei um eine Teilstrecke von 4,5 Kilometer. Die FPÖ werde eine entsprechende ausformulierte Forderung bei der neuen zuständigen Verkehrsministerin einreichen.

„Der Großteil der Kittseer steht ganz eindeutig hinter dieser Forderung“, sind sich Landesrat Alexander Petschnig und die beiden Landtagsabgeordneten Manfred Haidinger und Karin Stampfel sicher.

Wie bereits im November des Vorjahres berichtet, beschäftigt sich die Gemeinde Kittsee schon lange mit dem Thema.

Bereits 2017 habe es ein Ansuchen der beiden betroffenen Gemeinden Kittsee und Berg (NÖ), im Rahmen des Bratislava Umland Managements (baum 2020), an den Nationalrat und das Verkehrsministerium gegeben, ohne Erfolg.

Straßennetz zu Stoßzeiten ausgelastet

Bürgermeister Hannes Hornek (ÖVP) befürwortet jede Art des Fortschritts. „Je breiter wir aufgestellt sind, desto besser ist es. Je mehr Parteien sich für dieses Thema einsetzen, desto realistischer wird eine Lösung. Diese Woche treffe ich mich auch mit der Vizebürgermeisterin von Pressburg, die auch für den Verkehr zuständig ist, um eine gemeinsame länderübergreifende Lösung zu finden. Außerdem ist die Gemeinde Kittsee bestrebt, einen möglichst zeitnahen Termin mit der neuen Verkehrsministerin zu bekommen.“

David Valentin, Vorsitzender der Liste Kittsee (LIKI) und Gemeindevorstand, ist der festen Überzeugung, dass Kittsee aufgrund der geografischen Lage, also unmittelbar an die slowakische Hauptstadt Bratislava angrenzend und gleichzeitig zwischen Bratislava und der A6 liegend, dringend eine Mautbefreiung benötige. Schon im November erklärte Valentin im BVZ-Gespräch: „Das Straßennetz der Gemeinde Kittsee ist zu Stoßzeiten ausgelastet. Dies führt zu enormen Beeinträchtigungen der Sicherheit, der Flüssigkeit des Verkehrs sowie der Gesundheit der Bewohner. Es gilt, die Zahl der Mautflüchtlinge zu minimieren. Die Freigabe der Teilstrecke der A6 von der Grenze bis zur 1. Anfahrt in Österreich ist aus unserer Sicht unumgänglich.“

Im November schickte Valentin Anfragen an Bund und Land, ob eine solche Befreiung für den Abschnitt Bratislava-Kittsee umsetzbar wäre. „Bis jetzt habe ich noch keine zufriedenstellende Rückmeldung erhalten, weder vom Bund noch vom Land. Umso mehr überrascht mich, dass die Landes-FPÖ sich dem Thema nun, kurz vor der Wahl, annimmt. Für mich ist das lediglich Wahlkampfgetöse“, so Valentin.