Marille und Kirsche: Frostschaden hält sich in Grenzen

Die Marillen- und Kirschbäume des Bezirks Neusiedl am See haben das wechselhafte sowie teilweise frostige Aprilwetter bislang gut weggesteckt.

Saskia Jahn Erstellt am 15. April 2021 | 04:34
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Jedes Jahr im April erblüht die Gemeinde Jois in frühlingshaftem Weiß. Tausende Kirschbäume mit ihren prachtvollen Blüten machen die Region zu etwas ganz Besonderem.
Foto: Steinwandtner, Steinwandtner

April, April, der macht, was er will - das besagt eine alte Bauernregel. Der vierte Monat des Jahres bringt mal Regen und mal Sonnenschein, und heuer hat uns auch schon mal zwischenzeitlich ein Schneesturm überrascht. Nach den warmen Tagen scheint der Winter immer mal kurzfristig zurückzukehren. Nächtliche Temperaturen um den Gefrierpunkt lassen um die bereits blühenden Marillen- und Kirschbäume im Bezirk bangen.

„Nach dem großen Ernteverlust vergangenes Jahr war die Marillenblüte heuer hervorragend, die Bäume konnten sich ausruhen. Teilweise haben sie schon Schäden durch den Frost bekommen, er hält sich aber Gott sei Dank in Grenzen“, berichtet die Obfrau des Vereins „GenussRegion Kittseer Marille“ Maria Bezenek-Salvamoser auf Anfrage der BVZ. Im Moment sei eine Prognose wie Kaffeesud lesen. Man müsse bis zum 15. Mai abwarten, bis die Eisheiligen vorbei sind. Ab da seien die Prognosen etwas zuverlässiger.

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Die Kirschbäume haben in den letzten Tagen das Stadium der Vollblüte erreicht.
BVZ

„Wir hoffen sehr, dass es keinen weiteren Frost gibt, vor allem nicht so einen wie im letzten Jahr, der sich über mehrere Nächte erstreckt“, betont Vereinsmitglied Nicole Hefele-Holicsek. Die Bäume seien jetzt größtenteils abgeblüht. Das Regenwetter der nächsten Tage könne nun Krankheiten, wie beispielsweise Pilzbefall, begünstigen. Um die Bäume davor zu schützen, sei es jetzt wichtig, die Früchte zu „spritzen“.

Das Wetter stelle die Marillenbauern jedes Jahr vor Herausforderungen. „Selbst wenn die Marillen schon fast reif sind und ein starker Hagel kommt, kann auch alles kaputt sein. Man zittert immer ein bisschen, bis man die Ernte in den Kisten hat“, präzisiert Hefele-Holicsek.

Die „Genussregion Leithaberger Edelkirsche“ umfasst die Gemeinden Jois, Winden, Breitenbrunn, Purbach und Donnerskirchen und ist seit vielen Jahren auch als „Kirschblütenregion“ bekannt. Sie erstrahlt jedes Jahr im April in einer weißen Blütenpracht tausender Kirschbäume. Der im Bezirk als Joiser „Storchenvater“ bekannte Leonhard Steinwandtner hegt und pflegt insgesamt 15 Kirschbäume.

Im Gespräch mit der BVZ erklärt er, wie es derzeit um die berühmte Joiser Kirschblüte stehe: „Vergangene Woche, als wir in der Nacht leichte Minusgrade hatten, waren die meisten Kirschbäume noch nicht in Vollblüte, nur ein paar sehr frühe Sorten. Erst seit wenigen Tagen haben sie das Stadium der Vollblüte erreicht. Daher konnten die Minusgrade glücklicherweise nicht viel anrichten. Die Blüte dauert circa 10 Tage, dann ist diese sehr heikle Phase überstanden und die Kälte ist nicht mehr so problematisch. Wenn das Wetter jetzt so bleibt, dann haut das hin“, zeigt sich Steinwandtner optimistisch.