Sommerfestival: Operette findet mit Abstand statt. Die Premiere des Sommerfestivals in Kittsee findet voraussichtlich am 24. Juli statt. Finanzielle und organisatorische Anforderungen werden nun bewertet.

Von Saskia Jahn. Erstellt am 29. Mai 2020 (05:27)
2019 begeisterte Intendant Christian Buchmann das Publikum mit der Oper „Carmen“ vor der traumhaften Kulisse des Schlosses Kittsee.
Jahn

„Es wird aller Voraussicht nach möglich sein, heuer zu spielen!“, Intendant des Sommerfestivals Kittsee Christian Buchmann und sein Team haben nach der Pressekonferenz am Montag von Gesundheitsminister Rudolf Anschober und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer eine Entscheidung getroffen.

Aufführungen nach hinten verschoben

„Nach der erfreulichen Pressekonferenz kündigen wir nun an, dass wir alles daransetzen, um tatsächlich zu spielen. Die ursprünglich für Anfang Juli vorgesehenen Aufführungen von Johann Strauß Operette ‚Wiener Blut‘ sind nun für Ende Juli, Anfang August 2020 geplant. Nun benötigen wir einige wenige Tage, um die entsprechenden finanziellen und organisatorischen Anforderungen, wie Tribüne, Sicherheitskonzept und vieles mehr, zu bewerten. Auch stehen wir in engem Kontakt mit dem Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, dem Kittseer Bürgermeister Johannes Hornek und dem Bund, um die weiteren Schritte zu klären. Danach werden wir versuchen, den neuen Spielplan zu bestätigen“, stellt Buchmann in Aussicht.

Ab 1. Juli sind Veranstaltungen im Outdoor-Bereich bis zu 500 und ab 1. August bis zu 1000 Personen erlaubt. „Ein großes Lob an die neue Staatssekretärin, endlich wurde eine Entscheidung gefällt und diese auch zurecht. Eigenverantwortung wird eingefordert und das finde ich gut“, so Buchmann.

Veränderungen, Adaptierungen und Sicherheitsvorkehrungen bei den Aufführungen seien Voraussetzung für die nächsten Öffnungsschritte in den Bereichen Kunst und Kultur.

„Wir wollen für jeden Besucher eine komfortable und sichere Umgebung schaffen. Wir werden entsprechende Maßnahmen setzen und auch fordern müssen. Mir ist besonders wichtig, diese rechtzeitig bekannt zu geben und genau zu erklären, um eine sichere Durchführung zu ermöglichen und für jedermann Klarheit zu schaffen. Ich möchte zum Beispiel im Vorhinein Abbildungen anfertigen, die die Sitzsituation verbildlichen, um den Gästen zu zeigen, wie wir das handhaben“, erklärt der Intendant. „Ich denke dabei auch immer daran: Was wäre mir als Besucher wichtig? Wie und wo würde ich mich wohlfühlen?“

Größere Tribüne mit „tieferen Stufen“

Verkauft werden die Tickets größtenteils als 2er-Plätze, aber auch Einzelplätze seien eingeplant. „Natürlich können wir auch jede andere Gruppengröße handhaben.“

Eine größere Tribüne mit „tieferen Stufen“ solle auch die Einhaltung des erforderlichen Mindestabstands ermöglichen. „Uns ist wichtig, mehr Freiraum für die Gäste zu schaffen, damit sich keiner in eine unangenehme Situation hineingedrängt fühlt. Wir werden sogar mehr Raum als von der Bundesregierung vorgesehen zwischen den Sitzplätzen freilassen. Ich nehme die Verantwortung, die ich als Veranstalter habe, sehr ernst und werde auch, und besonders heuer, zum Wohle des Publikums handeln und entscheiden“, betont Buchmann. „Auch die Gastronomie betreffend ist der Platz vor dem Schloss sehr weitläufig, daher haben wir hier kein Problem, die Abstandsregelung einzuhalten.“

Circa 500 Gäste pro Vorstellung

Bei Schlechtwetter wurden die Aufführungen in den vergangenen Jahren immer in die Mehrzweckhalle im nahegelegenen Schulzentrum verlegt, das sei heuer jedoch auszuschließen. „Das ist unter Einhaltung der Maßnahmen natürlich nicht möglich. Wie bei vielen anderen Kulturveranstaltungen wird in dem Fall die Aufführung abgebrochen und an einem Ersatztermin nachgeholt“, führt der Intendant aus.

In den vergangenen Jahren besuchten pro Aufführung ungefähr 500 Gäste das bekannte Sommerfestival in Kittsee. Christian Buchmann ist zuversichtlich, dass auch heuer „500 Personen auf der Tribüne und vor der Bühne trotz Mindestabstand untergebracht werden können. Das werden wir schaffen.“

Die Freude über die Lockerungen sei groß, es habe sich auch allemal ausgezahlt, sich in Geduld zu üben und die jüngste Regelung der Bundesregierung abzuwarten. „So konnte nun in allerletzter Sekunde eine Entscheidung getroffen werden. Wir sind nun sehr froh, dass trotz der vielen schmerzhaften Veranstaltungsabsagen in den letzten Wochen Kultur im Burgenland, in unserem Fall das Sommerfestival Kittsee, stattfinden kann. Das können wir alleine deswegen jetzt noch schaffen, da wir eine sehr überschaubare Struktur haben. Hätten wir ein größeres oder internationales Team, so wären wir wie viele andere schon längst gezwungen gewesen, ebenso abzusagen.“

Der ursprünglich geplante Premierentermin könne aber nicht gehalten werden, daher sei das Festival nach hinten verschoben worden. „Jetzt hoffen wir noch, dass alle Partner und Subventionsgeber mit uns ziehen und wir tatsächlich spielen werden“, äußert sich der engagierte Sommerfestival-Intendant Christian Buchmann.