Aufgewachsen im vereinten Europa. Über die kritische „Generation Europa“.

Von Paul Haider. Erstellt am 17. April 2019 (06:02)

Bei der letzten Europawahl im Jahr 2014 haben nur rund 45% der österreichischen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Offenbar war die EU damals für viele noch „weit weg“, ihr Einfluss auf das Leben des Einzelnen wurde wohl als eher gering eingeschätzt. Die heute unter 25-Jährigen dürften das ganz anders sehen - zumindest wenn man die 450 wahlberechtigten Schüler als Maßstab nimmt, die am Donnerstag an einer Diskussion mit burgenländischen Kandidaten zur EU-Wahl teilgenommen haben.

Sie gehören zur „Generation Europa“: Für die 16- bis 24-Jährigen ist das vereinte Europa der Normalzustand. Eine Zeit, in der Österreich kein EU-Mitglied war, haben sie nicht mehr miterlebt. Grenzen sind für sie nur noch Striche auf der Landkarte, der Austausch mit Nachbarstaaten eine Selbstverständlichkeit. Und ihnen ist klar, dass Entscheidungen, die in Brüssel und Straßburg fallen, ihr zukünftiges Leben direkt und unmittelbar beeinflussen können.

Bei der Debatte in Neusiedl war spürbar, dass die Wahlbeteiligung unter den anwesenden Schülern ganz sicher über den 45% von 2014 liegen wird. Damit steigert die Jugend ihren Einfluss. Für Politiker wird es unverzichtbar, das Ohr ganz nahe an der jungen „Generation Europa“ zu haben.