Biologisch sowie bürokratisch

Über die Umstellung auf Bio-Kost

Erstellt am 11. März 2021 | 03:24

Burgenlands Schul- und Kindergartenessen soll gesünder und vor allem bio werden. Diese Devise gab die Burgenländische Landesregierung im Vorjahr aus und verankerte im Gesetz einen 50-prozentigen Bio-Anteil bis 2022, hundert Prozent bis 2024. Dass es an der Qualität der Speisen in den Bildungseinrichtungen mangelt, ist nämlich seit Längerem bekannt.

So reihte etwa ein Greenpeace-Ranking das Burgenland 2018 an die letzte Stelle im Bundesländervergleich: Bewertet wurde in den Kategorien Bio-Anteil, Regionalität und umweltfreundliche Speisen. In Wiens Schulen und Kindergärten erreichte man schon damals 40 bis 50 Prozent Bio-Anteil im Speiseangebot. Der Weg dahin ist allerdings ein holpriger. Denn was sich der burgenländische Gesetzgeber einfach vorstellt, ist in der Praxis gar nicht so simpel umzusetzen.

Das weiß auch der größte Essenslieferant des Bezirks, die Bäckerei Naglreiter, in der seit Monaten an einem Speiseplan getüftelt wird, der dem künftigen Gesetz entspricht. Die vorgeschriebene detaillierte Dokumentation des Einkaufs und die schwierigere Produktbeschaffung müssen sozusagen „geprobt“ werden. Noch dazu belasten die höheren Kosten letztendlich die Eltern. Dass viele Wirte da nicht mitmachen werden, scheint schon jetzt klar. Letztlich wird wohl eine Handvoll Anbieter im Bezirk übrigbleiben.