Breitspurbahn als Zankapfel. Über das Unvermögen, an einem Strang zu ziehen.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 06. November 2019 (03:18)

Eigentlich wollen alle das Gleiche: Sowohl SPÖ, ÖVP, Grüne als auch einige Bürgerlisten haben sich in den letzten Wochen und Monaten gegen das Projekt Breitspurbahn mit Logistikterminal in der Region ausgesprochen. Lediglich die FPÖ äußerte Kritik am Mega-Projekt bis dato, wenn überhaupt, dann nur sehr verhalten. Und Gattendorfs Bürgermeister. Er ist der Einzige, der das Projekt öffentlich nicht „verteufelt“: Es seien zu wenig Fakten bekannt, es könnte auch positive Seiten geben, etwa emissionsfreier Verkehr auf der Schiene.

Kaum ein politischer Vertreter der Region teilt seine Meinung allerdings: Egal ob man mit roten, türkisen oder grünen Politikern darüber spricht, es herrscht einhellig die Meinung, dass die burgenländisch-niederösterreichische Grenzregion dieses Projekt nicht verträgt. Immerhin würde alleine für den Logistikterminal eine Fläche von 150 Hektar verbaut werden. Umso verwunderlicher ist es, dass gerade dieses Projekt nun zum Zankapfel zwischen SPÖ und ÖVP avanciert. Die beiden Parteien werfen sich gegenseitig Untätigkeit im Kampf gegen die Breitspurbahn vor. Die nahende Landtagswahl dürfte dafür wohl ausschlaggebend sein. Schade, denn gerade in dieser Sache könnten die beiden Parteien beweisen, dass eine gemeinsame Arbeit doch noch erfolgsversprechend sein könnte.