Die liebe Not mit den „Grundbirn“. Über Ernteeinbußen bei heimischen Erdäpfeln.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 20. März 2019 (05:21)

Frisch gekochte Erdäpfel mit etwas Butter und einer schönen Portion Liptauer – eine einfache Mahlzeit, die seit Generationen auf der heimischen Speisekarte der Hausmannskost steht, und die schmeckt. Vor allem dann, wenn man weiß, dass die Erdäpfel aus der Region kommen und unter strengsten Auflagen produziert wurden. Dieses Jahr gehen Österreichs Lagerbestände allerdings bereits verfrüht zur Neige, auch jene im Bezirk (siehe unseren Artikel dazu hier) .

Heimische Erdäpfel werden in einigen Wochen kaum noch auf den Mittagstisch kommen. In den Regalen der Supermärkte werden Konsumenten nur mehr ausländische Ware - etwa aus Israel oder Ägypten finden. Das Paradoxe daran: Die hohen österreichischen Auflagen für die Produzenten sind, neben Trockenheit und Hitze, schuld daran. Ernteeinbußen mussten die Bauern auch aufgrund von Schädlingen, wie dem Drahtwurm, in Kauf nehmen.

Das Verbot von einigen Pflanzenschutzmitteln macht den Kampf gegen den tückischen Wurm fast unmöglich. Im Bezirk sprechen Experten von zehn bis 20 Prozent weniger Ertrag bei der vergangenen Ernte. Das „Loch“ in den Supermarktregalen wird nun mit ausländischen Erdäpfeln aufgefüllt, behandelt mit Pflanzenschutzmitteln. Na Mahlzeit!