Die Wahl fällt auf das höhere Honorar. Über die langwierige Suche nach praktischen Ärzten.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 27. August 2020 (03:45)

Seit Langem wird vor einem akuten Mangel an Allgemeinmedizinern gewarnt, denn in wenigen Jahren wird eine Pensionierungswelle einsetzen. Rund 65 Prozent der praktischen Ärzte des Bezirks gehen in den nächsten zehn Jahren in Pension und werden ihre Kassenverträge zurücklegen. Ob sich Nachwuchsärzte um diese Kassenstellen reißen werden, ist fraglich.

Die Nachbesetzung – der im Vergleich noch wenigen – offenen Stellen selbst in einem strukturstarken Bezirk wie dem Neusiedler ist schon jetzt sehr schwierig. Der Landarztberuf ist bei Jungmedizinern wenig attraktiv, dabei hat sich in den vergangenen Jahren für die „Work-Life-Balance“ der Allgemeinmediziner im Land einiges zum Besseren verändert.

Durch die Etablierung der Akutordinationen im Frühjahr 2018 sind die Bereitschaftsdienste für die Ärzte zurückgegangen. Dienste von 19 Uhr abends bis 7 Uhr früh gehören überhaupt der Vergangenheit an. Bewerbungen für offene Planstellen gibt es trotzdem kaum. Und wenn sich doch Interessenten melden, dann kommt es nicht selten vor, dass die Bewerbung kurzfristig zurückgezogen wird. Letztlich wird es eben doch entscheidend sein, wo der Mediziner das bessere finanzielle Angebot bekommt. Im Burgenland wohl nicht.#