Ein Balanceakt für die See-Region. Birgit Böhm-Ritter über die Herausforderung einer sensiblen Entwicklung.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 08. August 2018 (05:00)

„Der Neusiedler See soll nicht zum Wörtersee werden“: Ein Satz, der mittlerweile zu einem Synonym gegen die Verbauung des Ufers des Neusiedler Sees geworden ist. Der Wörthersee wird als schlechtes Beispiel vorgeschoben. Unzählige Hotelbauten rund um den See, eingeschränkter Zugang zum Wasser – das will man hierzulande nicht.

Das bestätigt nun auch eine Bürgerbefragung, die in 27 Gemeinden rund um den Steppensee durchgeführt wurde. Ist der Wörthersee wirklich so schlecht? In Sachen Tourismus-Infrastruktur haben die Kärntner der Region Neusiedler See doch einiges voraus. Das zeigen etwa die Nächtigungszahlen. Rund 50.000 bis 75.000 Nächtigungen verzeichneten die Ortschaften um den Wörthersee im Juni.

An diese Zahlen kommt gerade noch Podersdorf mit rund 64.000 Nächtigungen heran, alle anderen Gemeinden sind weit abgeschlagen. Will man da mithalten, müssen mehr Betten her, neue Hotels. Die Wirtschaft würde es freuen. Allerdings gilt es, die Balance zwischen Erhaltung der Natur und Weiterentwicklung der Region zu finden. Eine Herausforderung, die einem Balanceakt eines Seiltänzers gleicht. Man muss sich ihr aber stellen.