Ein doppelter Jammer. Über eine Krise, die die andere jagt

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 02. April 2020 (04:30)

Man könnte meinen, eine Krise ist genug. Die Obstbauern des Bezirks müssen sich nun neben der Corona-Krise allerdings mit einer weiteren herumschlagen. Die frostigen Temperaturen in den vergangenen Nächten haben ihren Obstkulturen kräftig zugesetzt.

Neben Birnenbäumen sind es vor allem die Marillenbäume, die der Frost zu einem ganz ungünstigen Zeitpunkt erwischt hat, nämlich gerade im Übergang von der Blüte zur Frucht. Einige Bauern sprechen von einem Totalausfall. Selbst letzte verzweifelte Rettungsversuche „fruchteten“ nicht. Die Frostschutzberegnung wurde vom Wind schlicht weggeblasen.

Gehörte die Landwirtschaft zu den seltenen Branchen, die wegen der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus weniger gebeutelt wurde, so schlägt nun das Wetter zu. Eigentlich das Klima. Denn aufgrund des Klimawandels blühen die Obstkulturen früher und das Risiko für Schäden durch Spätfröste steigt dadurch.

Für die Obstbauern des Bezirks gilt es nun, sich den Ratschlag der Neusiedler Psychologin Ulrike Karolyi zu Herzen zu nehmen: Im Menschen ist die Kraft der Anpassungsfähigkeit von Natur aus verankert. Kurz: Auch diese Krise kann gemeistert werden.