Ein Fettnäpfchen am Seeufer. Über die Forderung eines freien Seezugangs.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 14. August 2019 (05:26)

Bauprojekte rund um den Neusiedler See sind seit einigen Jahren immer wieder ein heißes Thema in der Region. Kaum jemanden lassen Hotel-, Gastronomie-, und Apartmentprojekte am See kalt.

Die einen sehen darin den notwendigen Fortschritt, den die Region für ihre Entwicklung braucht, die anderen befürchten Raubbau an der hier geschützten Natur und gar den Verlust des Weltkulturerbestatus.

Zu den vehementen Kritikern zählen die Grünen, die vergangene Woche zu einem Pressegespräch ans Joiser Ufer luden. Sie fordern ein Öko-Entwicklungskonzept für die Weltkulturerbe-Region, verbindliche Baurichtlinien im Masterplan Neusiedlersee und eigene Widmungskategorien für Gastronomie und Hotel.

Das Seeufer solle für die Menschen leistbare Seebäder mit angemessener Gastronomie bieten und es solle von Hotels und Wohnsitzen frei bleiben. Das Wichtigste wäre ein freier Badezugang am See für die Bevölkerung, so wie es derzeit nur in Jois möglich sei.

Ein freier, also kostenloser Seezugang wie in Jois? Schön und gut, dabei vergessen die Grünen aber, dass genau dieser Seezugang durch ein privates Hafen- und Apartmentprojekt vor Jahrzehnten entstanden ist. Ursprünglich gab es in Jois nämlich überhaupt keinen Seezugang.