Ein guter Standort alleine reicht nicht. Über den überschätzten „Parndorf-Effekt“.

Von Paul Haider. Erstellt am 13. November 2019 (04:59)

Groß war die Freude über die Eröffnung, umso größer die Ernüchterung über den Konkurs des „Werk“-Bowlingcenters in Parndorf, nach nur sechs Monaten im Betrieb. Was ist da nur schief gelaufen? Warum ist es nicht gelungen, am Outlet-Kuchen mitzunaschen, trotz sechs Millionen jährlicher Besucher im Einkaufstempel nebenan? Vielleicht haben sich hier die Grenzen des vielversprechenden Standortes aufgezeigt.

Einen Betrieb im Outlet-Umfeld anzusiedeln, führt nicht automatisch zum Erfolg. Denn die vielen Shopping-Touristen sind in erster Linie zum Einkaufen hier, während die Freizeiteinrichtungen eher von Menschen aus der Region genutzt werden. Das „Werk“ war für hunderte Besucher am Tag ausgelegt, gekommen sind weit weniger. Der Geschäftsführer des Parndorf Entertainment Center will die Bowlingbahn trotzdem nicht aufgeben und verspricht eine baldige Wiedereröffnung.

Mit einem klugen Konzept, das den Wünschen der regionalen Kundschaft entspricht, kann das Bowlingcenter durchaus noch zum Erfolgsprojekt werden. Denn die Nachfrage nach einer solchen Freizeiteinrichtung ist vorhanden; der neue Betreiber sollte sich aber nicht alleine auf den, manchmal überschätzen, „Parndorf-Effekt“ verlassen.