Engagement oder Politikverdruss. Über ein spannendes Jahr vor der Wahl zum Gemeinderat.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 26. August 2021 (02:21)

Gattendorfs Bürgermeister hat seinen Rücktritt für Oktober bekanntgegeben. Er ist damit der Erste in dieser Periode, der sein Mandat vorzeitig zurücklegt. Er nutzt die Möglichkeit, das zu tun, ohne dass Neuwahlen im Ort ausgerufen werden müssen. Das geht ein Jahr vor der Gemeinderatswahl, die ja im Herbst 2022 ansteht. Sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin wird nun lediglich vom Gemeinderat gewählt. Trotz dieser „Ein-Jahres-Frist“ kommt sein vorzeitiger Rücktritt überraschend, denn ohne absolute Mehrheit im Gemeinderat kann seine Fraktion (ÖVP) nicht sicher sein, dass sie im kommenden Jahr den Bürgermeister stellen wird. Aus seiner Rücktritts-Begründung ist ein gewisser Politikverdruss herauszuhören. Er sei unzufrieden mit den aktuellen Umständen, das Land zwinge ein enges Korsett auf und zu gestalten sei schwieriger geworden.

Ob Vihaneks Beispiel weitere Ortschefs folgen? Das kommende Jahr wird jedenfalls spannend und wird zeigen, ob die Lust von Bürgern, sich in der Kommunalpolitik für ein Amt zu engagieren, generell sinkt. Denn in den nächsten Monaten wird es für die Fraktionen auch darum gehen, potenzielle Gemeinderatskandidatinnen und -kandidaten zu finden.