Entscheidungen statt Stillstand. Über eine Sportstadt ohne Sportstätten.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 22. Oktober 2020 (03:45)

Dass die Tennisspieler in dieser Wintersaison noch ein Dach über dem Kopf haben, ist mehr Glück als Planung. Der neue Eigentümer, die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft, hat durch den coronabedingten Lockdown im Frühjahr einiges auf seinen Baustellen aufzuholen. Der Blick war deshalb zuletzt weniger auf neue Projekte gerichtet. So eines soll ja auf dem Grundstück der in die Jahre gekommenen Tennishalle entstehen.

Reihen- und Doppelhäuser sind in Planung. Die Verzögerung des Projekts gibt dem Union Tennis Club Neusiedl nun noch einmal die Möglichkeit, die Halle für diese Wintersaison zu pachten. Aber das war es dann. Die Halle wird abgerissen. Und dann stehen sowohl Tennisspieler als auch Schwimmer in Neusiedl am See ohne Sportstätte da, ist das Hallenbad doch seit März wegen Einsturzgefahr gesperrt. In der Bevölkerung wird jedenfalls Unmut laut.

Auch wenn Stadtpolitiker immer wieder beteuern, dass ihnen die Bedeutung dieser Sportstätten bewusst sei und sie ihr Möglichstes tun, um zu Lösungen zu kommen – das Gefühl in der Bevölkerung ist ein anderes. Nämlich Stillstand. Nun wird es für die Politik Zeit, den Worten Taten folgen zu lassen. Vielleicht schon nach dem 3. November. Denn dann findet die Verhandlung über den Denkmalschutz des Hallenbades statt. Diese Entscheidung wurde immer wieder als Voraussetzung für weitere Schritte genannt.